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Crash-Versicherung: Kommt der Gold-Euro?

 

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19.09.16

Crash-Versicherung: Kommt der Gold-Euro?

Gold-EuroHeutzutage sind sie in jeder gut sortierten Kaiserreich-Münzsammlung zu finden, vor über hundert Jahren waren sie ein seltener Anblick: die Goldmünzen des Kaiserreichs, „Goldmark“ genannt. 20 Goldmark, auch als „Doppelkrone“ bekannt, entsprechen nach Schätzungen von Historikern einer heutigen Kaufkraft von etwa 600 Euro. Und die meisten Untertanen hatten nicht nur Respekt vor ihrem Kaiser, sondern auch vor der „Goldmark“ – denn die Münze enthielt einen festgelegten Anteil an Gold, die Währung war somit „goldgedeckt“ und damit gegen Manipulationen geschützt.

Weil Manipulationen des Geldwertes jedoch seitdem an der Tagesordnung stehen, ist die Idee einer Währung, die mit Edelmetallen abgesichert ist, schnell untergegangen – und mit den Folgen dieser Entwicklung hat heutzutage jeder Verbraucher zu kämpfen: Das Vermögen wird entwertet, das Sparen lohnt sich nicht mehr, der Staat lebt auf Pump und seine Bürger sollen es ihm nachmachen. Doch mit den neuerlichen finanzpolitischen Experimenten ist auch eine Unsicherheit aufgekommen, welche die Wirtschaft lähmt. Und so mancher Zeitgenosse wünscht sich eine Währung zurück, welche hält, was sie verspricht.

Nun schlagen mehrere Top-Ökonomen einen „Gold-Euro“ vor. Das Autorenteam um den Münsteraner VWL-Professor Ulrich van Suntum empfiehlt in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“, diesen neben dem bisherigen Euro als Parallelwährung einzuführen. Die Autoren befürchten ein Scheitern der Gemeinschaftswährung und verstehen den „Gold-Euro“ für diesen Fall sowohl als sofortiges Notgeld, aber auch als dauerhafte Währung. Für die Zweitwährung sehen sie eine direkte Koppelung an den Goldpreis vor, damit die neue Währung von den üblichen Zinsmechanismen losgelöst ist. Der Gold-Euro wäre dann gegen Negativzinsen und Inflation geschützt. Die Bürger dürften dem neuen Geld offen gegenüberstehen: Das Unbehagen wegen der Niedrigzinsen und der Geldschwemme der Notenbanken wächst, Gold erlebt aktuell eine Renaissance.

Derzeit ist der Vorschlag noch nicht mehr als ein Gedankenspiel. Doch so unwahrscheinlich, wie sie klingt, ist die Idee nicht. Ulrich van Suntum und seine Mitstreiter weisen auf das Münzgesetz von 1999 hin, welches das Bundesfinanzministerium grundsätzlich ermächtigen soll, eine Goldwährung einzuführen. Deutschland hält mit 3.378 Tonnen den zweitgrößten Goldschatz der Welt. Und die Autoren haben konkrete Ideen für die Umsetzung des Gold-Euro: Ein Gold-Euro sollte ein Gramm Gold enthalten. Allerdings treten hier gleich mehrere Probleme auf: Beim aktuellen Goldpreis hätte ein Gold-Euro einen Wert von rund 38 Euro, kleine Zahlungen wären damit kaum zu begleichen. Doch die Autoren entgegnen: Für alltägliche Zahlungen sei der „normale“ Euro weiterhin geeignet. Der Gold-Euro hingegen schützt die Bürger vor Inflation und könnte bei einer Zunahme der Teuerung auch massiv an Wert zulegen, wodurch die Sparvermögen der Bürger auf Gold-Euro-Basis zunehmen.

http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/euro-skeptiker-oekonomen-fordern-gold-euro-als-alternative-waehrung/14532508.html

 

 


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19.09.16
 
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