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Goldreport - Ausgabe 12/2016

 

Chartanalyse

16.12.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 12 / 2016

Gold: 2016 – ein Wechselbad der Gefühle

Der Goldpreis entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte ausgesprochen freundlich und verbuchte in der Spitze ein Plus von rund 30 Prozent. Deutlich mehr als die Hälfte dieser Gewinne hat das gelbe Edelmetall mittlerweile aber wieder abgegeben und versucht sich nun auf dem reduzierten Niveau an einer Bodenbildung.


Überraschungen und Fehlprognosen en masse

Langeweile war 2016 an den Goldmärkten eher ein Fremdwort. Nach einem fulminanten Jahresstart waren vor allem der Ausbruch aus dem Abwärtstrend und das damit verbundene Trendwechselsignal ein heiß diskutiertes Thema. Aber auch von fundamentaler Seite gab es mit dem überraschenden Brexit temporären Rückenwind und mit 1.366 Dollar Anfang Juli den höchsten Stand des Jahres zu vermelden. Doch die „coole“ Reaktion an den Aktienmärkten, wo ein von vielen Analysten prognostizierter nachhaltiger Ausverkauf an den Aktienmärkten ausgeblieben war, kühlte die Begeisterung für den Krisenschutz deutlich ab. Statt Risikoaversion herrschte rund um den Globus eher Risikoappetit, was dem gelben Edelmetall gar nicht gut bekam. Selbst der ebenfalls unerwartete Sieg des Republikaners Donald Trump über die Demokratin Hillary Clinton entfachte bei Gold lediglich ein temporäres „Strohfeuer“. Erneut lagen die meisten Analysten mit ihrem prognostizierten Ausverkauf an den Aktienmärkten komplett daneben.

Eine regelrechte Verkaufswelle gab es hingegen bei US-Staatsanleihen. Nur zur Erinnerung: In der Vergangenheit galt diese Anlageklasse – ähnlich wie Gold und Silber – als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Doch weil Donald Trump Steuern senken und Konjunkturpakete schnüren will, kam es zu erratischen Umschichtungen. Dabei lautete das Motto: „Raus aus Anleihen und rein in Aktien“. Einen wachsenden Verkaufsdruck gab es auch bei Gold zu beobachten – vor allem im ETF-Sektor und an den Terminmärkten. Gemessen vom Jahreshoch hat sich zum Beispiel die gehaltene Goldmenge des weltgrößten Gold-ETFs SPDR Gold Shares von 982,72 Tonnen (5. Juli 2016) auf 856,26 Tonnen (13. Dezember 2016) reduziert. Ein massiver „Aderlass“ war auch beim Optimismus großer Terminspekulanten (Non-Commercials) registriert worden. Deren Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) hat sich nämlich seit Ende Juli von rund 369.000 Futures auf nur noch 136.000 Kontrakte fast gedrittelt. Nur zur Info: Da sich ein Future auf 100 Feinunzen Gold bezieht, stellt die Differenz in Höhe von 233.000 Futures – zumindest auf dem Papier – einen Goldberg von über 724 Tonnen dar.


Physisches Gold bleibt weiterhin gefragt

Trotz der jüngsten Kapitalzuflüsse bei Aktien und Rohstoffen waren American-Eagles-Goldmünzen 2016 sehr gefragt. Bislang verkaufte die US Mint 985.000 Feinunzen Gold in Form von American Gold Eagles. Damit wurden bereits Mitte Dezember die Verkaufszahlen des Vorjahres um fast 23 Prozent übertroffen. Besser waren die Geschäfte lediglich 2011 gelaufen, als auf diesem Weg eine Million Feinunzen abgesetzt wurden. Mittlerweile ist übrigens nur noch die Halbunzen-Variante lieferbar. Ausverkauft sind die Münzen mit einem Feingewicht von einer Unze, einer Viertel-Unze und einer Zehntel-Unze.

Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, kann Ähnliches berichten und sagt: „Bei pro aurum sind beliebte Edelmetallprodukte aufgrund der riesigen Nachfrage für 2016 nahezu ausverkauft und trotzdem fallen die Preise. Es sieht so aus, als ob der ‚Schwanz wieder einmal mit dem Hund wackelt‘.“ Die Orderzahlen haben sich im Vergleich zum ohnehin schon guten November nochmals beschleunigt. Mittlerweile haben die führenden Barrenhersteller in Deutschland kaum noch Ware verfügbar und es kommt zu Engpässen bei einigen Gattungen. Dies gilt auch für diverse Münzproduzenten. Bei pro aurum sind aktuell die Unzenmünzen Maple Leaf und Känguru ausverkauft. Edelmetallprofi Hartmann gibt deshalb folgenden Rat: „Wer noch vor dem Jahresende in Gold investieren möchte, sollte sich sputen. Es ist nämlich damit zu rechnen, dass die Aufgelder aufgrund der schlechten Versorgungslage weiter anziehen werden.“

Insgesamt vergibt Hartmann dem Jahr 2016 das Prädikat „ordentlich“. Die Nachfrage von Edelmetallen zu Jahresbeginn und vor allem im letzten Quartal 2016 stuft er als „durchaus beachtlich“ ein. Neben dem Privatkundengeschäft legten bei pro aurum vor allem die Umsätze mit anderen Edelmetallhändlern signifikant zu. Im Handel mit Banken wirkte sich die Kooperation mit der Consorsbank positiv auf die Zahlen aus. Insgesamt hat pro aurum rund 35 Prozent mehr Gold und knapp 75 Prozent mehr Silber absetzen können als im Vorjahr. Erfreulich entwickelte sich auch die Anzahl der direkten Ankaufsaufträge von Kunden, die um immerhin 15 Prozent zulegten. Wichtige Informationen über die Abwicklungsmodalitäten von Edelmetalltransaktionen vor dem Jahresende haben wir im Internet veröffentlicht. Hier informieren wir Sie auch über die Öffnungszeiten unserer Filialen und des Online-Shops.


Die Kursziele der Analysten für 2017

Das Jahr 2016 war reich an überraschenden Entwicklungen, die von den meisten Kapitalmarktexperten nicht für möglich gehalten wurden. Und das kommende Jahr dürfte vor allem für uns Europäer angesichts der anstehenden Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden nicht minder spannend werden. Trotz der damit einhergehenden Unsicherheit wollen wir Ihnen die Analystenprognosen zum Goldpreis nicht vorenthalten. Die auf Finanznachrichten spezialisierte Nachrichtenagentur Bloomberg hat die Kursziele von Analysten ermittelt, die nicht älter als sechs Monate sind. Für das vierte Quartal 2017 erwarten diese im Durchschnitt einen Goldpreis in Höhe von 1.294 Dollar pro Feinunze. Die Bandbreite der insgesamt 27 erfassten Prognosen fällt allerdings relativ groß aus und reicht von 900 bis 1.800 Dollar. Während das pessimistischste Kursziel von Rising Glory Finance stammt, erwartet die Liechtensteiner Vermögensverwaltung Incrementum AG einen Anstieg auf 1.800 Dollar. Grundsätzlich sollte man die stark differierenden Prognosen als positiven Begleitumstand interpretieren. Die Vergangenheit hat nämlich gelehrt, dass es häufig anders kommt, wenn sich die Analysten extrem einig sind. In diesem Fall bestünde nämlich die Gefahr, dass die meisten Investoren bereits entsprechend positioniert wären.


Das erwartet pro aurum 2017

Das kurzfristige Tagesrauschen beim Goldpreis möchte pro aurum nicht kommentieren. Aber eines sagen wir ganz deutlich: Für uns stellen edle Investments in Gold und Silber weiterhin einen wirksamen und notwendigen Krisen- und Versicherungsschutz dar. Vor allem die Verteuerung von Rohstoffen aus den Bereichen Energie, Industriemetallen und Landwirtschaft dürfte das Ende der Deflationsdiskussion und ein Anziehen der Inflation mit sich bringen. Dies könnte dem zuletzt in Vergessenheit geratenen Argument Inflationsschutz und damit auch dem Goldpreis zum Comeback verhelfen. Wir raten jedem Privatanleger, 15 bis 20 Prozent seines liquiden Vermögens in Gold und Silber zu investieren und dabei eine Quote von 80 Prozent Gold und 20 Prozent Silber anzustreben.

Sollte sich der positive Trend beim Dollar in 2017 fortsetzen, hält Robert Hartmann bei Gold weitere Kursverluste für möglich und erklärt: „Kurse um 1.050 bzw. 1.080 Euro sehe ich als guten Einstieg für mittel- bis langfristig orientierte Anleger.“ Die Entwicklungen in Indien und China sollten Anleger aber auf jeden Fall auf dem Radar haben. Sollte es dort aufgrund von Kapitalkontrollmaßnahmen zu einem signifikanten Rückgang der Nachfrage nach physischem Gold kommen, entstünde dadurch ein massiver Gegenwind für den Goldpreis. In einem Punkt zeigt sich Robert Hartmann aber zuversichtlich und meint: „Die rekordhohen spekulativen Positionen an der New Yorker Futures-Börse Comex vom August 2016 sind nahezu bereinigt. Von hier aus droht wohl keine Gefahr mehr. Ich gehe davon aus, dass im Jahr 2017 die Inflationserwartungen steigen werden, was grundsätzlich gut für die Edelmetalle wäre.“

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Bis Mitte Dezember beteiligten sich rund 240 Personen an der Stimmungsumfrage von pro aurum. Die markante Schwäche des Goldpreises hat unter den befragten Anlegern zu einer leichten Skepsis geführt. So hat sich gegenüber November der Anteil der Käufer auf 39,3 Prozent (Vormonat: 42,1 Prozent) reduziert, während bei Anlegern mit abwartender Haltung im Dezember ein Anstieg von 57,9 Prozent auf 60,7 Prozent zu verzeichnen war.

Dabei hat sich die Ansicht, dass Edelmetalle derzeit unterbewertet sind, weiter verstärkt. Im Vergleich zum Vormonat gab es hier einen kräftigen Anstieg von 68,7 auf 74,0 Prozent zu vermelden. Nach 20,9 Prozent im November attestieren mittlerweile lediglich 18,2 Prozent der Befragten Edelmetallen eine faire Bewertung. Außerdem hat sich die Ansicht, dass im Edelmetallsektor derzeit eine Überbewertung vorherrscht, von 10,4 auf 7,9 Prozent reduziert.

Bei der Frage nach den Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal kam es trotz turbulenter Märkte zu keinen sonderlich großen Verwerfungen. So erwartet mit aktuell 37,9 Prozent weiterhin eine Mehrheit der Befragten seitwärts tendierende Edelmetallpreise (November: 36,7 Prozent). Unter den Optimisten kam es ebenfalls zu einem leichten Anstieg. Deren Quote stieg nämlich von 35,0 auf 36,3 Prozent. Reduziert hat sich hingegen der Anteil der pessimistischen Anleger. Hier kam es im Dezember zu einem Rückgang von 28,3 auf 25,8 Prozent.


 

Chartanalyse von pro aurum-Partner Uwe Bergold:
Silber-Gold-Ratio bestätigt neu begonnenen Rohstoff- und Inflationszyklus


Die Silber-Gold-Ratio (Silber in Unzen Gold bewertet) visualisiert, wann sich eine Volkswirtschaft in einem inflationären und wann sie sich in einem disinflationären Zustand befindet. Steigt Silber in Unzen Gold (siehe unteren Teil der Abbildung), dann steigen auch die Rohstoffpreise in USD (siehe blauen Chart im oberen Teil der Abbildung) und signalisieren somit aufkommende Konsumentenpreisanstiege in naher Zukunft. Die sichtbare Inflation nimmt zu. Wenn Silber gegenüber Gold jedoch fällt, dann signalisiert dies fallende Rohstoffpreise und zeitverzögert eine abnehmende Konsumentenpreissteigerung. Diesen Effekt bezeichnet man Disinflation (nicht Deflation). Nach fünf Jahren fallender Silber-Gold-Ratio erleben wir nun seit Januar 2016 wieder steigende Silberpreise in Unzen Gold und somit steigende Rohstoffpreise in USD. Diese neu begonnene zyklische Rohstoff-Hausse läutet zwangsweise einen neuen Inflationszyklus ein. Stellen Sie sich auf massiv anziehende Konsumentenpreise ein und schützen Sie Ihr Vermögen mit Edelmetallinvestments davor!
 



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Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:

- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
  Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Noah (WKN: 979 953)
  Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Dynamik (WKN: A0H 0W9)
  Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien



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Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +49 (151) 16 24 51 51
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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