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Goldreport - Ausgabe 11/2016

 

Chartanalyse

30.11.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 11 / 2016

Gold: Turbulente Tage dank Trump & Co.

Im November haben sich an den Goldmärkten die Ereignisse regelrecht überschlagen. In den USA gewann völlig überraschend Donald Trump die Wahl zum US-Präsidenten und in Indien wurden zeitgleich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion große Teile der Bargeldbestände für wertlos erklärt.


Trump überrascht auch die Goldmärkte

So richtig passte die Reaktion des Goldpreises allerdings nicht zur Nachrichtenlage. Im Vorfeld der Wahlen prognostizierten viele Kapitalmarktexperten im Falle eines Trump-Siegs eine massive Kapitalflucht in Gold. Die Argumentation erschien plausibel, schließlich galt der selbst von den Republikanern wenig geliebte politische Senkrechtstarter vor allem als unerfahren und unberechenbar – zwei Eigenschaften, die eher Unsicherheit als Zuversicht generieren sollten. Dennoch erwies sich der Kurssprung auf das Novemberhoch von fast 1.337 Dollar lediglich als Strohfeuer. Weil Donald Trump in seiner Siegesrede „zahm“ und „zivilisiert“ klang und auf Ausgleich bedacht war, kam es nicht an den Aktienmärkten, sondern vor allem an den Anleihemärkten zu einem massiven Ausverkauf.

Das heißt: Anleger flohen nicht – wie in der Vergangenheit häufig zu beobachten – in Staatsanleihen bester Bonität oder Gold. Weil Donald Trump ein riesiges Konjunkturpaket in Kombination mit massiven Steuersenkungen in Aussicht gestellt hat, wurde wieder einmal kräftig in Aktien investiert, was wichtigen US-Indizes im November neue Rekordstände beschert hat. Der Ausverkauf am Anleihemarkt führte zu deutlich höheren Renditen, wodurch sich die Opportunitätskosten (Verzicht auf Zinseinnahmen) negativ auf den Goldpreis auswirkten. Steil bergauf ging es hingegen mit dem Dollar. Nach dem Wahlsieg Trumps kletterte zum Beispiel der Dollarindex, der die US-Währung mit sechs wichtigen Währungen vergleicht, von 95,89 auf in der Spitze 102,05 Punkte. Eine solch starke Kursbewegung innerhalb kurzer Zeit gilt an den Devisenmärkten als regelrechtes Kursbeben und weist Züge von Irrationalität auf.

Die Reaktion des Goldpreises auf den Wahlsieg von Donald Trump überraschte auch Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, schließlich hatten nahezu alle Finanzanalysten für diesen Fall prognostiziert, dass der Dollar abwerten und es zeitgleich zu Verwerfungen an den Aktienmärkten kommen würde. Zugleich wurden für das gelbe Edelmetall glorreiche Zeiten vorhergesagt. Der erfahrene Edelmetallprofi blieb dennoch gelassen und erklärte: „Obwohl viele Long-Positionen panisch aufgelöst und neue Wetten auf fallende Preise etabliert wurden, nutzten am physischen Goldmarkt Anleger die temporäre Kursschwäche zum Ausbau ihrer Positionen.“


Bargeld-Chaos in Indien

Den Indern dürfte der Wahlsieg von Donald Trump ziemlich egal gewesen sein. Ihr Regierungschef, Narendra Modi, kündigte nämlich am Tag der US-Präsidentschaftswahlen an, dass 500- und 1000-Rupien-Banknoten, also die beiden größten und wichtigsten Scheine des Landes, ab Mitternacht ungültig werden würden. Wichtig zu wissen: 500 indische Rupien sind derzeit weniger als sieben Euro wert, und mehr als 90 Prozent aller Bezahlvorgänge wurden in Indien bislang mit Bargeld abgewickelt. Die alten und wertlosen Scheine können die Inder noch bis Ende des Jahres in neue 500er- bzw. 2000er-Banknoten umtauschen.

Hierfür benötigen sie allerdings einen gültigen Personalausweis sowie ein Bankkonto, was vor allem die arme Bevölkerung in der Regel nicht aufweisen kann. Doch selbst wer diese beiden Bedingungen erfüllen kann, steht nach der Bargeldentwertung häufig mittellos da. Weil die Banken auf die Nacht-und-Nebel-Aktion nicht vorbereitet waren, funktioniert weder der Umtausch in die neuen Scheine noch die Versorgung der Geldautomaten. Zahlreichen Menschen kostete die chaotische Bargeldreform sogar das Leben, weil das Anstehen vor Banken und Postämtern vor allem für Alte oder Kranke zu beschwerlich ist. Laut Medienberichten soll es auch zu mehreren Selbstmorden gekommen sein. Ein Mann soll sogar seine Frau umgebracht haben, weil diese am Geldautomat kein Bargeld erhalten hatte. Schwerkranke Kinder sind gestorben, weil in Ermangelung gültiger Scheine Rikscha-Fahrer den Transport bzw. Krankenhäuser die Behandlung verweigert hätten. Kurzzeitig bezahlten Inder im Zuge einer Kaufpanik 49.000 Rupien für zehn Gramm Gold. Umgerechnet entsprach dies einem Preis von 2.294 Dollar pro Feinunze. Zur Erinnerung: An der London Bullion Market Association, dem Referenzmarkt für physisches Gold, wurde das bisherige Rekordhoch im September 2011 erzielt und lag bei „lediglich“ 1.896,50 Dollar.

Robert Hartmann zieht diesbezüglich folgendes Fazit und meint: „Der globale Krieg gegen Bargeld hat seinen nächsten vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nachdem in Europa der 500-Euroschein zum Auslaufmodell erklärt wurde und es in den USA Diskussionen gibt, den 100-USD-Schein abzuschaffen, machten die Inder ‚Nägel mit Köpfen‘.“ Besonders beängstigend: Der indische Premier Modi rechtfertigte diesen Handstreich mit einem „Krieg gegen Schwarzgeld“. Ähnlich wird auch in Europa argumentiert, wenn es um die Einführung einer Bargeld-Obergrenze geht. Dabei merkt Hartmann an, dass laut Bundesbankgesetz Banknoten das einzig gültige Zahlungsmittel sind. Regierungen und Zentralbanken wollen nun eine digitale Bezahlwelt schaffen. Verständlich – denn diese wäre wesentlich leichter zu kontrollieren und zu überwachen. Der erfahrene Edelmetallexperte Hartmann denkt schon einmal einen Schritt weiter und warnt: „Sondersteuern oder Abgaben in Krisensituationen könnten binnen weniger Stunden einfach von den Konten der Bürger abgebucht werden – schöne neue Welt!“


Viele Erstkäufer im November

Die Nachfrage nach Münzen und Barren zeigte sich auch im November robust. Besonders interessant: Rund 50 Prozent der Käufer waren bei pro aurum „Ersttäter“. Die andere Hälfte der Transaktionen ging auf das Konto von Investoren, die ihre Bestände angesichts der fallenden Preise weiter ausgebaut haben. Auf neun Käufer kam lediglich ein Verkäufer. Meistgehandelte Artikel waren die Krügerrand- und Maple-Leaf-Goldmünzen mit einem Feingewicht von einer Unze sowie Barren in den Gewichtseinheiten eine Unze und 100 Gramm.

Bei Silber konzentrierte sich das Anlegerinteresse auf die Unzenmünzen Känguru und Maple Leaf. Robert Hartmann merkt an, dass die Versorgungslage nach wie vor gut ist. Die Produzenten und die größeren Edelmetallhändler haben aus der Vergangenheit offensichtlich gelernt und halten größere Lagerbestände vor als in Zeiten der Eurokrise zwischen 2009 und 2012. Steigt die Nachfrage jedoch weiter an, könnte es in den letzten Wochen vor dem Jahresende dennoch zu Engpässen bei einigen Produkten kommen. Grund: In der Regel drosseln die Produzenten vor Weihnachten die Herstellung ihrer Produkte. Es bleibt also spannend. Wer weiteren Informationsbedarf hat, kann uns gerne am 7. Dezember (19.00 Uhr) im „Goldhaus“ von pro aurum besuchen. Dort wird nämlich „Smart Investor“-Redakteur Ralph Malisch einen Exklusiv-Vortrag zum Thema „Gutes Geld – Altbewährtes und neue Ideen“ halten. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Infos erhalten Sie unter dem Menüpunkt „Messen und Veranstaltungen“ auf proaurum.de.

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Im November beteiligten sich insgesamt 447 Personen an der Sentiment-Umfrage von pro aurum, nachdem im Vormonat eine Teilnehmerzahl von lediglich 407 registriert worden war. Der schwächere Goldpreis hat sich bei deutschen Anlegern in einer erhöhten Kaufbereitschaft niedergeschlagen. Gegenüber der Auswertung im Oktober hat sich der Anteil der Käufer von 38,6 auf 42,1 Prozent erhöht. Eine abwartende Haltung vertraten im November 57,9 Prozent der Befragten (Oktober: 61,4 Prozent).


Wie im Vormonat stuft eine große Mehrheit unter deutschen Anlegern Edelmetalle als unterbewertet ein. Hier nahm die Quote von 68,4 auf 68,7 Prozent zu. Eine Überbewertung sehen mittlerweile 10,4 Prozent der Anleger (Oktober: 8,6 Prozent), während mit 20,9 Prozent (Vormonat: 23,0 Prozent) etwas weniger Umfrageteilnehmer eine faire Bewertung sehen.


Bei der Frage nach den Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal rechnet aktuell eine kleine Mehrheit der Befragten mit einem Seitwärtstrend, obwohl sich deren Quote von 39,8 Prozent im Oktober auf 36,7 Prozent sogar leicht reduziert hat. Die Entwicklung an den Edelmetallmärkten hat unter den Optimisten einen erheblichen Tribut gefordert. Mit steigenden Edelmetallpreisen rechnen derzeit nur noch 35,0 Prozent der deutschen Anleger. Zur Erinnerung: Im Vormonat war hier noch eine Quote von 45,0 Prozent festgestellt worden. Deutlich zugenommen hat indes der Anteil der Pessimisten, der sich gegenüber dem Vormonat im Zuge der markanten Goldpreisschwäche von 15,2 Prozent auf 28,3 Prozent kräftig erhöht hat.

 

Chartanalyse von pro aurum-Partner Uwe Bergold:
Baltic Dry Index bestätigt zyklische Rohstoff-Hausse und kommende Konsumentenpreisanstiege


Der Balic Dry Index wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Schüttgut, wie zum Beispiel Kohle, Eisenerz oder Getreide. Er wird nicht auf Termin gehandelt und gibt somit nicht die Terminpreise (wie bei den Rohstoffen selbst), sondern indirekt die Spotpreisbewegung wieder. Dieser Index korreliert sehr stark mit den Rohstoffpreisen (siehe hierzu bitte den CRB-Rohstoff-Index als blaue Linie in der Grafik) und kann sowohl als Bestätigung der Rohstoffpreis-, als auch als Vorlauf auf die Konsumentenpreisentwicklung genutzt werden. Der Ausbruch aus seinem achtjährigen Abwärtstrend signalisiert zum einen eine zyklische Rohstoff-Hausse und zum anderen das Sichtbarwerden der Inflationsproblematik durch zukünftig ansteigende Konsumentenpreise. Gold als „Inflationsseismograph“ wird dementsprechend darauf reagieren.
 



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Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:

- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
  Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Noah (WKN: 979 953)
  Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Dynamik (WKN: A0H 0W9)
  Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien



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Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
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E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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