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Goldreport - Ausgabe 09/2016

 

Chartanalyse

29.09.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 09 / 2016

Gold: Gestützt durch anhaltende Unsicherheit

Auch im September bewegte sich der Goldpreis oberhalb von 1.300 Dollar seitwärts. Trotz freundlicher Aktienmärkte und anziehender Renditen blieben Anleger dem Krisenschutz Gold überwiegend treu.

Im September bewegten an den Goldmärkten vor allem Diskussionen über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed die Gemüter der Investoren. Vor der Sitzung verschafften sich unter den US-Notenbankern sowohl die „Falken“, die für ihre restriktiven Töne bekannt sind, als auch die „Tauben“ immer wieder Gehör. Letztere machen sich eher für eine expansive, also lockere Geldpolitik stark. Dieses Hin und Her bekam dem Goldpreis zeitweise gar nicht gut und ließ ihn Anfang und Mitte September auf Tuchfühlung mit der Marke von 1.300 Dollar gehen. Das Ergebnis der September-Sitzung war dann – wie so oft in den vergangenen Monaten – von einer abwartenden Haltung gekennzeichnet. Eine Zinserhöhung blieb zwar aus, von Einigkeit war in dem Gremium aber keine Spur. Immerhin drei Mitglieder plädierten für einen Zinsschritt nach oben. Auf der Pressekonferenz deutete Fed-Chefin Janet Yellen diesen für die Sitzung im Dezember an.

Für Robert Hartmann, den Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, stellte dies keine große Überraschung dar. Bezüglich der Statements auf der anschließenden Pressekonferenz mit Fed-Chefin Janet Yellen merkte er an: „Ich frage mich schon, welche Konjunkturdaten Janet Yellen ansieht bzw. in die Zinsentscheidung mit einfließen lässt. Wichtige Zahlen zur US-Wirtschaft waren in den letzten Wochen eher enttäuschend.“ Er rechnet damit, dass erst nach der US-Präsidentschaftswahl die „Katze aus dem Sack“ gelassen und das Wort Rezessionsgefahr in den Mund genommen wird. In diesem Fall würde sich der US-Dollar wohl merklich abschwächen, wovon die Edelmetalle profitieren müssten.

Immer wieder werden steigende Zinsen als nachteilhaft für Gold interpretiert. Anleger sollten sich diese Sichtweise aber nicht bedingungslos zu eigen machen. Von entscheidender Bedeutung sind nämlich vor allem die Realzinsen, die um die Inflation bereinigt wurden. Hier erleben wir derzeit eine Phase negativer Realzinsen. Das heißt: Die Inflation fällt höher als die Rendite von Triple-A-Anleihen aus, was zur schleichenden Entwertung von Geldvermögen führt.


Harte Worte von US-Milliardär Paul Singer

Paul Singer, der Chef der Hedgefonds-Gesellschaft Elliott Management, nimmt kein Blatt vor den Mund. Während einer Konferenz institutioneller Investoren wies er in New York darauf hin, dass wir in einer sehr gefährlichen Zeit leben. Die Lage an den Anleihemärkten bezeichnete er als die größte Blase, die es je gegeben hat. Konkret warnte er vor einem Einbruch bei Staatsanleihen und einem Anspringen der Inflation. Selbst G7-Staatsanleihen sprach er das Attribut „Sicherer Hafen“ ab. Sein Rat lautet daher: Anleger sollten mittel- und langfristige Staatsanleihen verkaufen und Gold kaufen. Zur Erinnerung: Paul Singer warnte 2007 schon einmal Politiker in Deutschland und in den USA, dass das internationale Finanzsystem überschuldet sei. Seither hat sich die Lage im Zuge der zahlreichen geldpolitischen Stützungsmaßnahmen der Notenbanken nochmals deutlich verschlechtert. Sollte es – aus welchen Gründen auch immer – zu einer Rezession kommen, kann diese mangels geldpolitischer Munition nur schwer bekämpft werden. Spätestens dann dürften die Notenbanken ihrer Funktion als „Feuerwehr der Finanzsysteme“ nicht mehr gerecht werden.

Heiße Diskussionen gab es hierzulande zur Zukunft des Euro. Drei bekannte Ökonomen haben nämlich zum Schutz vor Inflation und Negativzinsen vorgeschlagen, Anlegern mit dem Gold-Euro eine Alternative zu bieten. Thomas Mayer, Thorsten Polleit und Ulrich van Suntum plädieren dafür, dass das Bundesfinanzministerium einen „Gold-Euro“ emittiert, der als physische Variante eine bestimmte Goldmenge enthält – zum Beispiel ein Gramm Gold. Der virtuelle „Gold-Euro“ könnte hingegen mit einem Anspruch auf Gold ausgestattet sein. Die Preise beider Versionen wären dann in erster Linie vom Goldpreis abhängig und somit weniger als gesetzliches Zahlungsmittel, sondern vor allem als Wertaufbewahrungsmittel geeignet. Nach Ansicht der drei Ideengeber hätte dies für besorgte Bürger den Vorteil, dass auch Anleger ohne Wertpapierdepot durch den Erwerb dieses goldenen Euros Ersparnisse in Gold bilden könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher „Gold-Euro“ tatsächlich das Licht der Finanzwelt erblicken wird, tendiert allerdings gegen Null. Deshalb werden die Deutschen wohl weiterhin auf bewährte Goldmünzen wie „Krügerrand“, „American Eagle“, „Maple Leaf“ oder „Wiener Philharmoniker“ zurückgreifen müssen. Diese können sie dann im Bedarfsfall auf der ganzen Welt wieder zu Geld machen. Wer die Faszination dieser Goldinvestments live erleben möchte, sollte sich folgenden Termin vormerken: Am 3. und 4. November findet in München die Edelmetallmesse statt. An unserem Stand (Nummer 14) können diese und andere „Goldstücke“ gerne persönlich in Augenschein genommen werden.


Überraschend ruhiger Handel bei pro aurum

Bezüglich der in diesem Jahr bei pro aurum registrierten Edelmetallumsätze schätzt Robert Hartmann, dass die um den Preiseffekt bereinigten Erträge bei Gold um rund zehn Prozent und bei Silber zwischen 30 und 40 Prozent gestiegen sind. Er zeigte sich dennoch überrascht, dass sich nicht deutlich mehr Privatanleger für die Anlageklasse Edelmetalle entschieden haben, und meint: „Das fundamentale Umfeld könnte angesichts negativer Realzinsen, Notenbanken im Experimentiermodus und vieler geopolitischer Brandherde nicht viel besser sein. Außerdem hat der Goldpreis die seit dem Jahr 2011 anhaltende Korrektur wohl beendet und dürfte in den kommenden Jahren neue historische Höchstkurse erreichen.“ In dieses Bild passt auch die unendliche Krisengeschichte der Deutschen Bank, die nach der Forderung einer Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar durch das US-Justizministerium wieder einmal massiv unter Druck geraten ist. Medienberichten zufolge soll der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, bei der Bundesregierung bereits um Hilfe gebeten haben. Angeblich habe Bundeskanzlerin Angela Merkel Staatshilfen für den deutschen Branchenprimus kategorisch ausgeschlossen.

Im September verlief der Edelmetallhandel laut Hartmann „eher unterdurchschnittlich“. Er vermutet zwei Gründe hinter dieser Entwicklung – zum einen die niedrige Volatilität und zum anderen die Tatsache, dass viele Anleger die Entscheidung der Fed abwarten wollen.

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der jüngsten Sentiment-Umfrage von pro aurum haben sich im September 396 Personen (August: 424) beteiligt. Dabei hat unter deutschen Anlegern die Kauflaune gegenüber dem Vormonat signifikant zugenommen. So nahm die Quote der Käufer von 36,7 auf 44,8 Prozent deutlich zu, während unter den Anlegern mit abwartender Haltung ein Rückgang von 63,3 auf 55,2 Prozent zu verzeichnen war.



Bei der Frage nach der Bewertung von Edelmetallen hat sich im Berichtszeitraum die Ansicht verstärkt, dass das gelbe Edelmetall derzeit unterbewertet sei. Von 68,7 Prozent im August war ein Anstieg auf 72,5 Prozent registriert worden. Eine Überbewertung haben im September lediglich 6,3 Prozent der Anleger (August: 10,6 Prozent) gesehen, während 21,2 Prozent der Befragten (August: 20,7 Prozent) der Meinung waren, dass Gold gegenwärtig fair bewertet sei.



Hinsichtlich der Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal war im September ein zunehmender Optimismus festzustellen. Eine klare Mehrheit von 46,1 Prozent (August: 41,5 Prozent) rechnet mit steigenden Edelmetallpreisen. Nachdem im August 37,7 Prozent einen Seitwärtstrend prognostiziert hatten, gab es nun einen Anstieg auf 40,9 Prozent zu vermelden. Die Pessimisten befanden sich im September hingegen eindeutig auf dem Rückzug – deren Quote brach nämlich von 20,8 auf 13,0 Prozent regelrecht ein.

 

Chartanalyse von pro aurum-Partner Uwe Bergold:
GOLDMINEN BEFINDEN SICH BEREITS IM FINALE DER SÄKULAREN GOLD-HAUSSE


Bertachtet man den Barron´s Gold Mining Index in den vergangenen knapp 80 Jahren, so befinden wir uns seit dem Jahrtausendwechsel in einer säkularen Hausse, wie zuletzt von 1960 bis 1980. Das zyklische Tief im Januar dieses Jahres ist vergleichbar mit dem letzten Tief in der vorherigen strategischen Gold-Hausse im Jahr 1976. Was im Anschluss in den kommenden vier Jahren bei den Goldminen passierte war epochal. Hierzu ein paar Performance-Beispiele kleiner Junior-Goldminen im Vergleich zur Goldpreisentwicklung:

 

Ähnliches, in Bezug auf die Goldminen, erwarten wir auch für die kommenden knapp vier Jahre, wobei die Entwicklung – aufgrund der historisch einmaligen Geldpolitik (Negativzinsen global) – noch exzessiver ausfallen dürfte. So wie wir am Anfang dieser säkularen Gold- & Rohstoff-Hausse – zum Jahrtausendwechsel – alles in Gold, Silber und Edelmetallaktien investiert haben, so werden wir am Ende dieses strategischen Trends auch alle Edelmetallinvestments in unseren drei Fonds wieder in Standardaktieninvestments tauschen. 



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Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
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E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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29.09.16
 
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