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Goldreport - Ausgabe 06/2016

 

Chartanalyse

29.06.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 06 / 2016

Goldpreis profitiert vom Brexit

Das Votum der Briten für einen EU-Austritt kam völlig unerwartet und sorgte für heftige Turbulenzen mit tiefroten Vorzeichen an den internationalen Aktienmärkten. Edelmetalle wie Gold und Silber profitierten hingegen von der Entscheidung.


Brexit treibt Gold auf höchsten Stand seit August 2014

Damit lagen sowohl die Meinungsforscher als auch diverse Wettbüros komplett daneben. An den Finanzmärkten setzten die Investoren in den Tagen zuvor noch auf einen Verbleib der Briten in der EU und mussten nun diese Fehleinschätzung korrigieren. Mit dem Brexit hat sich die allgemeine Unsicherheit – und damit auch der Goldpreis – auf einen Schlag deutlich erhöht. Bei pro aurum hat sich das Auftragsvolumen am Tag der Brexit-Bekanntgabe gegenüber den drei vorherigen Handelstagen deutlich erhöht. Besonders interessant: Die Kunden von pro aurum haben überwiegend verkauft.  Auf drei Käufer kamen sieben Verkäufer. Der DAX tauchte an diesem Tag in der Spitze um über zehn Prozent ab, während der Goldpreis in Euro gerechnet zeitweise ein Tagesplus von rund 13 Prozent auswies. Auf Dollarbasis markierte er den höchsten Wert seit 22 Monaten.

Wieder einmal wollen die wichtigsten Notenbanken Fed, EZB und Bank of England das Schlimmste verhindern und die Märkte – falls nötig – mit Liquidität versorgen. Letztere nannte sogar eine konkrete Zahl: 250 Milliarden Pfund. Ob die aktuell zu beobachtende relative Ruhe von nachhaltiger  oder eher trügerischer Natur sein wird, muss sich erst noch zeigen. Eine allgemeine Entwarnung macht angesichts der unkalkulierbaren Risiken derzeit jedoch keinen Sinn.

Für Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, steht eines außer Frage: Edelmetalle sollten ein fester Bestandteil im Portfolio bleiben. Er gibt diesbezüglich folgenden Rat und sagt: „Wir empfehlen aktuell, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Edelmetalle zu investieren, davon 80 Prozent in Gold und 20 Prozent in Silber.“ Für ihn bleibt das fundamentale Umfeld für Edelmetalle angesichts des größten Finanzexperiments der Geschichte und historisch niedriger Zinsen in den kommenden Jahren weiterhin konstruktiv. Der erfahrene Edelmetallprofi zieht deshalb folgendes Fazit und erklärt: „Edelmetalle bleiben eine Anlageklasse, die man als Versicherung  der ersparten Lebensleistung braucht – heute mehr denn je!“


Gold-Umfrage von forsa bestätigt Anlagenotstand

Im Juni war es wieder einmal so weit: Zum sechsten Mal in Folge ermittelte das forsa-Institut – beauftragt von pro aurum – im Rahmen einer bundesweiten repräsentativen Umfrage unter 1.003 erwachsenen Bürgern,  welche von fünf vorgegebenen Geldanlagen bei einem Anlagehorizont von mindestens drei Jahren Laufzeit die beste Gewinnchance bietet. Im Zuge der computergestützten Telefoninterviews wurde zudem ermittelt, welche Geldanlagen die Bürger derzeit besitzen. Anhand der Zustimmung zu vier Aussagen wollte das Meinungsforschungsinstitut außerdem erfahren, wie die Bürger Gold als Geldanlageform generell beurteilen.

Besonders auffällig war bei der jüngsten Umfrage zum Thema Geldanlage vor allem eines: Bei fast allen Anlageformen haben sich die ermittelten Besitzquoten mitunter deutlich reduziert, selbst bei Edelmetallen wie Gold und Silber. Lediglich Immobilien (27 Prozent) konnten ihre Vorjahreswerte verteidigen. Besonders erschreckend ist allerdings die Tatsache, dass 23 Prozent der Befragten keine der insgesamt 14 zur Auswahl gestandenen Geldanlagen derzeit besitzen.  Ob dies an mangelndem Anlegervertrauen oder mangelnden Einkünften liegt, blieb dabei unbeantwortet – wahrscheinlich war ein Mix aus beiden Negativfaktoren hierfür verantwortlich.

Für Robert Hartmann sind die sinkenden Besitzquoten ein klarer Beweis für den aktuell vorherrschenden Anlagenotstand. Für Hartmann ist eines klar – er erklärt: „Anleihen funktionieren nicht mehr, da es keinen Zins mehr gibt. Sparen bringt nichts mehr. Trotzdem haben die Deutschen den Großteil ihres Geldes auf kurzfristigen Tagesgeldkonten geparkt.“ Überrascht hat Hartmann, dass Münzen und Barren in Form von Gold und Silber trotz deren starker Performance gegenüber dem Vorjahr seltener genannt wurden.  So war bei physischem Gold ein Rückgang von neun auf sechs Prozent und bei Silber ein Minus von fünf auf zwei Prozent registriert worden.

Bei der Frage nach der besten Geldanlage gab es ebenfalls einige Überraschungen. So rutschte zum Beispiel Gold trotz der seit dem Jahreswechsel zu beobachtenden rasanten Kursrallye in der Gunst der Anleger auf den tiefsten Wert seit Beginn der Erhebungen (2011) ab. In der Vergangenheit war Privatanlegern nachgesagt worden, Trends eher zu folgen.  In diesem Jahr musste sich Gold Platz 1 als Anlageklasse mit dem höchsten Renditepotenzial, mit der Kategorie „Aktien“, teilen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Zuspruch bei Gold von 30 auf 27 Prozent ab, während bei Aktien ein Anstieg von 23 auf 27 Prozent zu verzeichnen war. 

Auch bei Aktien gab es eine überraschende Entwicklung zu beobachten: Obwohl der DAX auf Sicht von zwölf Monaten Verluste im zweistelligen Prozentbereich verbuchte, kletterte die Anlageklasse „Aktien“ auf den Höchstwert sämtlicher vorheriger forsa-Umfragen. Hierfür hat der Edelmetallexperte folgenden Erklärungsversuch parat und sagt: „Ich glaube, dass die Anleger nach wie vor großes Vertrauen in die Notenbanken haben und erwarten, dass die EZB in Krisenzeiten weiterhin alles tut, um einen nachhaltigen Crash bei den Aktien zu vermeiden.“

Befragt nach der Zustimmung hinsichtlich vier Aussagen zum Thema „Gold als Geldanlage“ war mit 75 Prozent der höchste Zuspruch bei der These registriert worden, dass Gold eine gute Ergänzung zu anderen Geldanlagen sei. Außerdem stuften 65 Prozent der Befragten Gold als sichere Geldanlage ein, während 54 Prozent die Eignung von Gold für risikoscheue Anleger bejaht hatten. Die Aussage „Gold ist zur Zeit eine lohnende Anlage, weil die Kurse steigen werden“ ist dagegen erneut nicht ganz mehrheitsfähig, ihr stimmt nur noch knapp jeder zweite Bürger (49 Prozent) zu. Gemessen daran kann man den Investitionsgrad der Deutschen bei physischem Gold und Silber als relativ bescheiden einstufen. Grundsätzlich kann man mit Blick auf die forsa-Umfrage folgendes Fazit ziehen: Anleger verbinden mit Gold weiterhin überwiegend positive Attribute und sind aktuell in dem Krisenschutz alles andere als überinvestiert. Robert Hartmann meint daher: „Sollte es zu einer erneuten Finanzkrise kommen, existiert hier ein riesiges Nachfragepotenzial.“


Orders in Millionenhöhe keine Seltenheit 

Mit Blick auf den Geschäftsverlauf stellt Robert Hartmann fest, dass das zweite Quartal bei leicht sinkenden Umsätzen etwas ruhiger verlaufen ist als die ersten drei Monate. Er sagt: „Im Juni standen Anleger angesichts wichtiger politischer Wahlen in Großbritannien, Spanien und in den USA an der Seitenlinie.“ Er merkt aber Folgendes an und konstatiert: „Nach wie vor sehen wir größere Orders – auch bekannt als ‚smart money‘ –, bei denen vor allem  langfristige Überlegungen eine große Rolle spielen. Aufträge mit einem Volumen von über einer Million Euro sind keine Seltenheit mehr.“ Den Unzenmünzen Krügerrand, Maple Leaf und Philharmoniker attestiert er aktuell ein starkes Anlegerinteresse. Bei den Barren werden die Gewichtseinheiten 1 Unze, 50 Gramm und 100 Gramm besonders rege gehandelt, wobei die Versorgungslage unverändert gut sei. Edelmetallprofi Hartmann weist aber darauf hin, dass bei Goldpreisen über 37.000 Euro pro Kilo vermehrt Verkaufsinteresse von Kunden aufkommt und sagt: „Verkauft werden überwiegend Goldbarren zu 500 und 1.000 Gramm. Das sind fast ausnahmslos Gewinnmitnahmen und keine Notverkäufe.“ 

 

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum
An der jüngsten Sentiment-Umfrage von pro aurum haben sich im Juni 459 Personen beteiligt. Steigende Edelmetallpreise im Juni haben die Kauflaune deutscher Anleger gegenüber dem Vormonat kaum beeinflusst. So reduzierte sich der Anteil der Käufer von 33,8 auf 32,4 Prozent lediglich leicht. Bei den Anlegern mit abwartender Haltung war im Gegenzug ein Zuwachs von 66,2 auf 67,6 Prozent zu verzeichnen.

Bei der Bewertung von Edelmetallen kam es innerhalb eines Monats hingegen zu deutlich veränderten Einschätzungen. Besonders auffällig: Mittlerweile halten 12,9 Prozent der Anleger Edelmetalle für überbewertet (Mai: 10,3 Prozent). Zugleich reduzierte sich der Anteil derer, die Edelmetalle als fair bewertet einstufen, von 19,3 auf 18,9 Prozent. Eine Unterbewertung sieht derzeit aber weiterhin eine große Mehrheit von 68,2 Prozent (Mai: 70,3 Prozent).

Befragt nach den Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal, waren gegenüber dem Vormonat besonders starke Veränderungen zu beobachten. Aktuell kann man das Stimmungsumfeld in etwa als dreigeteilt einstufen. So hat sich im Juni zum Beispiel der Anteil der Optimisten von 28,2 auf 31,9 Prozent erhöht, während fallende Edelmetallpreise mittlerweile 34,5 Prozent (Vormonat: 20,5 Prozent) der Anleger erwarten. Bei der Prognose eines Seitwärtstrends gab es ebenfalls starke Veränderungen. Hier war im Vergleich zum Vormonat ein markanter Rückgang von 51,3 auf 33,6 Prozent der Befragten registriert worden.

 

Chart des Monats von pro aurum-Partner Uwe Bergold: Goldpreis in Euro mit neuem Drei-Jahreshoch

 

Im Januar dieses Jahres schrieb ich an dieser Stelle (Chart des Monats 01/2016): „So hat zum Beispiel der Goldpreis in südafrikanischen Rand (ZAR) im Dezember 2015 – vom Publikum unbemerkt – ein neues Allzeithoch generiert. Sein zyklisches Korrekturtief ließ er bereits, wie auch der Goldpreis in Euro (EUR), im Jahr 2013 hinter sich (siehe hierzu bitte die Abbildung). Neben Südafrika hat der Goldpreis noch in zwei weiteren BRICS-Währungen, dem Brasilianischen Real und dem Russischen Rubel, ebenfalls ein neues Allzeithoch erklommen. Betrachtet man die Währungsgeschichte, so kündigen die wieder zunehmende Marktbreite und immer mehr neue All-Time-Highs in nicht allzu ferner Zukunft auch neue Allzeithöchststände beim Goldpreis in Euro und in US-Dollar an.“

Seit Jahresanfang hat der Goldpreis nun in Euro um plus 23 und der HUI-Goldminenindex in EUR um plus 108 (!) zugelegt. Im Schatten des BREXIT-Ereignisses überwand der Goldpreis seinen Widerstand aus dem Jahr 2015 und hat somit ein neues Drei-Jahreshoch generiert. So wie der Goldpreis in ZAR sein Allzeithoch aus dem Jahr 2012 bereits weit hinter sich gelassen hat, so wird dies auch bald der Goldpreis in Euro und in US-Dollar tun. Das größte Problem, das ich derzeit sehe, ist die beschränkte Vorstellungskraft, wohin der Goldpreis und somit auch – mit einem Hebel – die Goldminen künftig noch steigen werden.


 

 
Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:


- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Noah
(WKN: 979 953)
Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Dynamik
(WKN: A0H 0W9)
Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

Unsere drei Anlageinstrumente sind die einzigen Publikumsfonds, welche im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Die kurzfristige Volatilität wird von uns nicht gehandelt. Sollte der Markt eine langfristige Trendwende vollziehen, werden wir – im Rahmen der makroökonomischen Zyklik – strategisch wieder von Edelmetall- & Rohstoff- hin zu Standardaktien wechseln, wie wir es zuletzt umgekehrt im Jahr 2000 vollzogen haben.



Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

© Uwe Bergold 

 

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +49 (151) 16 24 51 51
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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