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Goldreport - Ausgabe 05/2016

 

Chartanalyse

27.05.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 05 / 2016

Viel „smart money“ fließt in Richtung Gold

Der Mai erwies sich für den Goldpreis derzeit eher nicht als Wonnemonat. Nach dem Fed-Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung rutschte das gelbe Edelmetall in tiefere Preisregionen ab. Die Angst vor höheren US-Leitzinsen sorgte für zunehmenden Verkaufsdruck.

Dieser Abgabedruck hielt sich aber in Grenzen. Gemessen an dem Anfang des Monats markierten 15-Monatshoch in Höhe von über 1.300 Dollar verlor der Krisenschutz in der Spitze rund fünf Prozent. Von einem echten Vertrauensverlust kann daher auf keinen Fall gesprochen werden. Für Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, stellt die Aussicht auf steigende US-Zinsen zudem nicht zwangsläufig ein Problem dar. Er sagt: „Solange die Realzinsen – also die um die Inflationsrate gereinigten Nominalzinsen – negativ bleiben, müssen steigende Zinsen nicht schlecht für die Entwicklung des Goldpreises sein.“ So erinnert sich der erfahrene Edelmetallhändler Hartmann daran, dass der Höhenflug des gelben Edelmetalls von 1970 bis 1980 (von 35 auf 850 Dollar) mit stark steigenden US-Leitzinsen einherging. Innerhalb dieses Jahrzehnts kletterten diese nämlich von acht auf über 15 Prozent, um im Dezember 1980 mit 21,5 Prozent sogar ein Allzeithoch zu markieren.

Hartmann erinnert sich aber auch an ein Beispiel, das nicht so lange zurückliegt, und meint: „Auch das im Dezember vergangenen Jahres beschlossene Anheben der US-Leitzinsen hat den Goldpreis nicht belastet, sondern ihm nachfolgend mit plus über 16 Prozent das stärkste Quartal seit fast 30 Jahren beschert.“ Als Indiz, dass man sich um die weiteren Perspektiven des Goldpreises keine allzu großen Sorgen machen muss, interpretiert er auch den Umstand, dass US-Milliardäre wie George Soros und Stanley Druckenmiller derzeit Investments in Gold favorisieren. Medienberichten zufolge hat zum Beispiel Soros sein Exposure in US-Aktien um mehr als ein Drittel zurückgefahren und zugleich 1,7 Prozent an der Goldminengesellschaft Barrick Gold sowie Call-Optionen auf 1,05 Millionen Anteile des Gold-ETFs SPDR Gold Shares erworben.

Vermögende bei pro aurum in Kauflaune

Robert Hartmann konstatiert für den Edelmetallhandel im Mai ein „stetiges Orderaufkommen“, wenngleich dieses nicht so hoch wie im Februar oder März ausgefallen sei. Er sagt: „Bei pro aurum haben wir in den vergangenen Wochen verstärkt große Goldkäufe im mittleren einstelligen Millionenbereich registriert, wobei schwergewichtige Goldbarren ab 250 Gramm besonders stark gefragt waren.“ Bei Investments in Silber konzentrierte sich das Interesse der Anleger hingegen auf die differenzbesteuerten Silbermünzen Maple Leaf (Kanada) und Känguru (Australien) mit einem Feingewicht von einer Unze. Außerdem stellte Hartmann Folgendes fest und erklärt: „Bei pro aurum hat sich der Anteil des Präsenzgeschäfts in den Standorten gegenüber dem Onlinehandel etwas erhöht – möglicherweise eine Konsequenz aus der Diskussion um die geplante Bargeldobergrenze der Bundesregierung!“


Milliardär Paulson in Verkaufslaune

Dass die Korrektur des Goldpreises bislang „relativ human“ ausfiel, lässt sich vor allem auf die anhaltenden Zuflüsse beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares ablesen. Dessen gehaltene Goldmenge hat sich nämlich seit Ende April – ungeachtet der nachgebenden Tendenz des Goldpreises – von 804,14 auf aktuell 868,66 Tonnen (Stand: 24. Mai 2016) kräftig erhöht. Vor allem bei westlichen Investoren scheint der Bedarf an Vermögensschutz weiterhin stark ausgeprägt zu sein.

Besonders interessant: Mitte Mai veröffentlichte die US-Wertpapieraufsicht Securities and Exchange Commission ihren quartalsweise erscheinenden Bericht über die aktuellen Besitzverhältnisse beim SPDR Gold Shares, mit erstaunlichem Ergebnis. Seit Jahren galt nämlich die Investmentgesellschaft Paulson & Co. Inc. des US-Milliardärs John Paulson als größter Anteilseigner. Laut jüngstem Update ist er nun auf Rang 4 abgerutscht. Zum einen, weil er in den ersten drei Monaten 2016 seine Position von 5,8 Millionen auf 4,8 Millionen Anteile reduziert hat. Zur Erinnerung: Ende März 2015 hielt der ehemalige Star der US-Hedgefondsszene noch 10,2 Millionen Anteile an dem physisch hinterlegten „Finanzprodukt mit Goldanstrich“. Unter Timingaspekten kann man die seither getätigten Transaktionen von Paulson als extrem unglücklich bezeichnen, schließlich hat sich der Goldpreis seit dem Jahreswechsel auf Dollarbasis um 18 Prozent verteuert.

Diverse Investmentbanken setzen auf Gold-ETF

Zum anderen wurde Paulson aber auch von anderen institutionellen Investoren überholt. So hat zum Beispiel der US-Vermögensverwalter Blackrock Advisors seine Bestände von 1,9 Millionen auf 10,4 Millionen Anteile vervielfacht und gilt nun als größter Einzelinvestor des weltgrößten Gold-ETF. Auch die beiden nachfolgenden „Adressen“ haben ihre Beteiligungsquote am SPDR Gold Shares erhöht. Bei der Bank of America (Rang 2) gab es einen Zuwachs von 2,9 Millionen auf 4,9 Millionen Anteile zu vermelden, während bei First Eagle Investment Management (Rang 3) das Plus von 4,7 auf 4,8 Millionen ETFs relativ moderat ausfiel. Interessant dabei: Unter den 15 größten Einzelinvestoren fanden sich mit Morgan Stanley, JPMorgan Chase, Goldman Sachs und UBS Group gleich vier weitere große Investmentbanken. Deren Analysen und Kursziele fallen bezüglich Gold zwar nicht sonderlich „bullish“ aus, von Januar bis März haben sie aber alle ihre Bestände an Gold-ETFs mitunter kräftig erhöht.

In der Finanzpresse werden Investments institutioneller Investoren häufig der Kategorie „smart money“ zugeordnet. Beim SPDR Gold Shares sind insgesamt 885 Positionen mit einem Marktwert von 12,9 Milliarden Dollar „großen Adressen“ zuzuordnen. In den ersten drei Monaten haben davon 425 ihre Positionen erhöht und 297 ihr diesbezügliches Exposure reduziert, während 163 Großanleger keine Änderungen vornahmen. Dies deutet darauf hin, dass „besonders Betuchte“ derzeit ein besonders starkes Bedürfnis an Vermögensschutz verspüren. Kein Wunder, schließlich hätten sie im Falle einer globalen Finanzkrise auch besonders viel zu verlieren.
 

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der jüngsten Sentiment-Umfrage von pro aurum haben sich im Mai fast 400 Personen beteiligt.

Im Zuge der nachgebenden Gold- und Silberpreise hat unter den Anlegern die Kauflaune im Mai erneut abgenommen. Ihr Anteil reduzierte sich gegenüber dem Vormonat von 36,8 auf 33,8 Prozent, während bei Investoren mit abwartender Haltung ein Zuwachs von 63,2 auf 66,2 Prozent zu beobachten war.



Befragt nach der Bewertung von Edelmetallen gab es im Berichtszeitraum lediglich leichte Stimmungsveränderungen zu vermelden. So stuften 70,3 Prozent (Vormonat: 69,6 Prozent) Gold als unterbewertet ein. 10,3 Prozent der Befragten (Vormonat: 7,7 Prozent) waren hingegen anderer Meinung und sahen bei Edelmetallen aktuell eine Überbewertung. Der verbleibende Rest von 19,3 Prozent der Umfrageteilnehmer (April: 22,8 Prozent) hielten Edelmetalle auf dem aktuellen Niveau für fair bewertet.


Hinsichtlich der Einschätzung der Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal hat sich im Mai kaum etwas verändert. So legte im Mai der Anteil der Optimisten von 28,1 auf 28,2 Prozent lediglich marginal zu. Fallende Edelmetallpreise erwarten 20,5 Prozent (Vormonat: 21,6 Prozent), während eine große Mehrheit weiterhin mit einem Seitwärtstrend rechnet. Im Mai gab es hier einen Anstieg von 50,4 auf 51,3 Prozent zu beobachten.

Chart des Monats von pro aurum-Partner Uwe Bergold: Immer mehr Agrarrohstoffe beenden ihre zyklische Baisse

Agrarrohstoffe befinden sich, wie der gesamte übergeordnete Rohstoffsektor, seit dem Jahr 2011 in einer zyklischen Baisse. Innerhalb der säkularen Gold- & Rohstoff-Hausse, welche zum Jahrtausendwechsel begann, stellt dieser mittelfristige Abwärtstrend nur eine Konsolidierung im, weiterhin intakten, strategischen Aufwärtstrend dar. Bereits seit Ende 2013 arbeiten die Agrarrohstoffe an ihrer taktischen Bodenbildung und die Marktbreite nimmt innerhalb dieses Segments kontinuierlich immer weiter zu. Aktuell haben bereits Raps, Mais, Orangensaft, Sojabohnen und Zucker ihre zyklische Baisse beendet. Alle anderen werden ebenfalls in den kommenden Wochen und Monaten folgen. Die Folge dieser Entwicklung wird – mit einer Zeitverzögerung von sechs bis neun Monaten – sein, dass die Lebensmittelpreise wieder deutlich steigen werden. Diese, in den kommenden Monaten, sichtbar werdende inflationäre Wirkung, wird vom Gold und besonders von den Goldminen (Vorlauf- und Hebelinstrument auf den Goldpreis) bereits antizipiert. Der Goldpreis ist ein Inflationsseismograf und die kommende preissteigernde Entwicklung hat einen Tsunami-Charakter!
 

 

 


Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:


- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Noah
(WKN: 979 953)
Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Dynamik
(WKN: A0H 0W9)
Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

Unsere drei Anlageinstrumente sind die einzigen Publikumsfonds, welche im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Die kurzfristige Volatilität wird von uns nicht gehandelt. Sollte der Markt eine langfristige Trendwende vollziehen, werden wir – im Rahmen der makroökonomischen Zyklik – strategisch wieder von Edelmetall- & Rohstoff- hin zu Standardaktien wechseln, wie wir es zuletzt umgekehrt im Jahr 2000 vollzogen haben.



Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

© Uwe Bergold 

 

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +49 (151) 16 24 51 51
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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