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Goldreport - Ausgabe 04/2016

 

Chartanalyse

29.04.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 04 / 2016

Gold: Gefragt dank Risikoaversion

Die negative Korrelation zwischen Aktien und Gold funktionierte im April eher nicht. Mit dem gelben Edelmetall ging es nämlich im Gleichschritt mit DAX und Dow nach oben. Dies lässt den Schluss zu, dass an den Finanzmärkten die Risikoaversion weiterhin relativ ausgeprägt ist.

Nach dem im März bei 1.280 Dollar markierten 13-Monats-Hoch schaltete der Goldpreis im April aber einen Gang zurück und ging auf dem erhöhten Preisniveau in eine Seitwärtsbewegung über. Trotz der rasanten Kursrallye an den internationalen Aktienmärkten blieben nennenswerte Gewinnmitnahmen bislang aber aus. Dies sollten Anleger vor allem als Warnhinweis interpretieren, dass sich das Vertrauen in die Allmacht der Notenbanken auf dem absteigenden Ast befindet. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürfte die seit dem Jahreswechsel zu beobachtende Kapitalflucht in den Krisenschutz Gold weiter Fahrt aufnehmen oder zumindest anhalten.

Der Silberpreis hat im April hingegen regelrecht den „Turbo eingeschaltet“ und lieferte mit dem Ausbruch aus dem mehrjährigen Abwärtstrend ein klares Trendwechselsignal. Im Zuge dieser Entwicklung brach die Gold-Silber-Ratio massiv ein. Mittlerweile weist Silber seit dem Jahreswechsel mit fast 25 Prozent sogar eine deutlich höhere Performance als Gold auf (+18 Prozent). Damit erwies sich unsere im März-Marktbericht aufgestellte These („Silber derzeit aussichtsreicher als Gold“) auch unter Timingaspekten bislang als „goldrichtig“.

IWF warnt massiv vor Finanzmarktrisiken
 

Dass Sorgen berechtigt sind, wurde im April vom Internationalen Währungsfonds (IWF) bestätigt. Dessen Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte fiel eindeutig negativ aus. Für José Viñals, den IWF-Chefberater in Finanzfragen, hat das Risiko in den westlichen Industrienationen in den vergangenen Monaten zugenommen und in den Schwellenländern blieb es weiterhin relativ hoch. Die Liste der Risiken für die Weltwirtschaft ist relativ lang und setzt sich aus potenziellen Finanzmarktturbulenzen, dauerhaft niedrigen Ölpreisen, einer harten Landung der Konjunktur in China sowie nicht-ökonomischen Schocks wie geopolitische Konflikte, Terrorismus, Flüchtlingsbewegungen oder globale Epidemien zusammen.

IWF-Ökonomen wurden insgesamt skeptischer und revidierten ihre Prognosen für das Weltwirtschaftswachstum (2016) gegenüber der Januar-Schätzung um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent nach unten. Für 2017 wurden die bisherigen Schätzungen von 3,6 auf 3,5 Prozent reduziert. Unter den Schwellenländern sieht es aufgrund der extrem niedrigen Ölpreise für Russland und Brasilien besonders schlecht aus. Lediglich bezüglich China blicken die IWF-Experten etwas positiver drein. In den westlichen Industrienationen sorgt sich der IWF vor allem um den Bankensektor. Mit Blick auf Europas Banken betrachtet man vor allem die notleidenden Kredite sowie die Überkapazitäten als Problem. Die massiven Warnungen des IWF kann man fast schon als Plädoyer für Gold interpretieren – allerdings nur, wenn man zwischen den Zeilen liest.


Helikopter-Geld: Neue Idee, neues Glück?

Weitere Kaufargumente liefern weiterhin die Notenbanken aus Europa, Japan und den USA, deren geldpolitische Munition mehr und mehr auszugehen droht. Nach Nullzins- bzw. Negativzinspolitik und Anleihekaufprogrammen scheint nun „Helikopter-Geld“ nicht mehr unmöglich zu sein. Über dieses bis dato unerprobte Gedankenexperiment sinnierte bereits vor über 40 Jahren der US-Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Milton Friedman. Ben Bernanke verdankte der von ihm aufgegriffenen Idee sogar seinen Spitznamen: „Helikopter-Ben“.

Im April schlug das Konzept, die Bevölkerung Europas zur Vermeidung von Deflation mit kostenlosem Notenbankgeld zu versorgen, besonders hohe Wellen. EZB-Chef Mario Draghi bezeichnete es nämlich als „interessant“. Zugleich betonte er aber, dass sich der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) mit ihm noch nicht auseinandergesetzt habe. Experten der Deutschen Bank hatten mit diesem neuen Rezept weniger Berührungsängste. Durchaus beängstigend ist allerdings deren These, dass die Einführung von Helikopter-Geld wahrscheinlicher sei als angenommen.

Die Deutsche Bank ist sogar der Ansicht, dass die rechtlichen Hindernisse im Falle einer Einführung von Helikopter-Geld geringer als oft vermutet sei. In den USA, der Eurozone, Großbritannien und Japan stünde das Verschenken von Bargeld durch die Notenbanken nicht im Widerspruch zur Gesetzgebung. Dabei merkten die Experten an, dass es Notenbanken unbegrenzt lange möglich sei, ein negatives Eigenkapital aufzuweisen. Außerdem müsste der Staat die Programme nicht über neue Schulden finanzieren. Nun darf man gespannt sein, wie lange Mario Draghi auf diese Option noch verzichten wird.


Experiment mit Happy End?

Im April tagten wieder einmal die Notenbanken Europas, Japans und der USA. Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, hat in diesem Zusammenhang folgenden Rat parat und meint: „Von Zeit zu Zeit lohnt es sich, das große Bild zu betrachten und Abstand vom Tagesrauschen zu nehmen. Wir leben in Zeiten des größten Finanzexperiments der Menschheitsgeschichte. Und niemand weiß, wie es am Ende ausgehen wird.“

Hartmann ist sich sicher, dass auch die Spitzen der Notenbanken nicht wissen, ob es zu einem Happy End kommen wird. Seit Jahren manipulieren sie global die Zinsen nach unten. Mittlerweile weisen knapp 30 Prozent aller Anleihen negative Renditen auf. Geschafft wurde dadurch vor allem, dass man die Kernschmelze des Finanzsystems im Jahr 2008 bis heute verhindert hat. Gleichzeitig haben die Eingriffe aber nicht wie erhofft zu nachhaltigem und starkem Wirtschaftswachstum geführt. Stark angestiegen ist lediglich die Staatsverschuldung, was wiederum dazu führt, dass die Notenbanken das Zinsniveau in der Zukunft nicht substanziell anheben können. Somit haben wir im Ergebnis die Bestrafung der Sparer zugunsten der Gläubiger erlebt.

Und wie geht es jetzt weiter? Wenn die verabreichte Medizin nicht hilft, dann erhöhen wir einfach die Dosis! Noch mehr Anleihekäufe über einen noch längeren Zeitraum, Zinsen noch negativer, und wenn das alles nicht hilft, dann kaufen die Notenbanken noch Unternehmensanleihen oder am Ende Aktien – so wie es die Bank of Japan und die Schweizer Nationalbank seit geraumer Zeit tun. Vorsorglich wurden die Bail-in-Regeln in Kraft gesetzt. Als Kunde einer Bank bin ich mittlerweile im Status eines Gläubigers, der anteilsmäßig zur Kasse gebeten wird, wenn es der Bank schlecht geht.

Und damit ich nicht ins Bargeld fliehen kann, muss das Bargeldverbot in irgendeiner Form kommen. Und falls auch dies nicht hilft, schütten die Zentralbanken digitales Helikopter-Geld über die Konten der Menschen. So oder so ähnlich könnte es durchaus kommen – muss es natürlich nicht. Der Ausgang des Experiments ist – wie schon zuvor erwähnt – offen. Für den Fall, dass das Experiment misslingt, sollte man sich vorsorglich und frühzeitig absichern. Robert Hartmann meint: „Eine gute Variante der Versicherung des angesparten Kapitals ist der Erwerb von Gold und Silber in Höhe von 10 bis 25 Prozent des Gesamtvermögens. Davon bin ich überzeugt, auch wenn ich persönlich auf einen positiven Ausgang des Experiments hoffe.“


Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der jüngsten Sentiment-Umfrage von pro aurum haben sich im April knapp über 500 Personen beteiligt. Der seitwärts tendierende Goldpreis war von wenig verändernden Stimmungsschwankungen begleitet worden. So hat sich zum Beispiel der Anteil der Anleger in Kauflaune im Vergleich zum Vormonat von 38,0 auf 36,8 Prozent leicht reduziert und bei den Anlegern mit abwartender Haltung zu einem leichten Plus von 62,0 auf 63,2 Prozent geführt.


Hinsichtlich der Bewertung von Edelmetallen hat sich im Berichtszeitraum Folgendes getan. So reduzierte sich der Anteil der Befragten, die Edelmetalle als unterbewertet einstufen, gegenüber dem Vormonat von 76,5 Prozent auf 69,6 Prozent, während 7,7 Prozent der Befragten (Vormonat: 7,9 Prozent) Edelmetalle als überbewertet eingestuft haben. Eine faire Bewertung sahen 22,8 Prozent der Umfrageteilnehmer (März: 15,6 Prozent).


An der Einschätzung der Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal gab es markante Veränderungen zu beobachten. So hat sich im April zum Beispiel der Anteil der Optimisten von 19,5 auf 28,1 Prozent markant erhöht, während fallende Edelmetallpreise nur noch 21,6 Prozent (Vormonat: 32,3 Prozent) der Anleger erwarten. Am stärksten wird hingegen mit einem Seitwärtstrend gerechnet. Hier war im April ein Anstieg von 48,2 auf 50,4 Prozent der Befragten registriert worden.

Chart des Monats von pro aurum-Partner Uwe Bergold: Im Jahr 2016 hat nun die finale Hausse im Gold-/Rohstoffaktiensegment begonnen

Nach den Gold- und Silberminen beendet nun im laufenden Monat auch der übergeordnete Rohstoffaktiensektor seine zyklische Baisse. Seit dem Allzeithoch im Mai 2008 laufen die Rohstoffaktien mehr oder weniger volatil seitwärts. Sie konsolidieren ihren zum Jahrtausendwechsel begonnenen strategischen Aufwärtstrend. Im Jahr 2016 hat nun die finale Hausse im Gold-/Rohstoff- und somit auch im Gold-/Rohstoffaktiensegment begonnen. Stellen Sie sich auf etwas Epochales ein. Nach der größten Aktien- (2000), Immobilien- (2007) und Anleihenblase (2015) folgt nun zum Abschluss – vor der nächsten Währungsreform – das Aufblasen der größten Gold- & Rohstoffblase aller Zeiten. Die Gold- und Silberminen stellen hierbei eine Call-Option auf diese Entwicklung dar!

 

 


Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:


- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Noah
(WKN: 979 953)
Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

- GR Dynamik
(WKN: A0H 0W9)
Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien

Unsere drei Anlageinstrumente sind die einzigen Publikumsfonds, welche im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Die kurzfristige Volatilität wird von uns nicht gehandelt. Sollte der Markt eine langfristige Trendwende vollziehen, werden wir – im Rahmen der makroökonomischen Zyklik – strategisch wieder von Edelmetall- & Rohstoff- hin zu Standardaktien wechseln, wie wir es zuletzt umgekehrt im Jahr 2000 vollzogen haben.



Diese Publikation beruht auf von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit und Vollständigkeit wir jedoch keine Gewähr übernehmen können. Sie gibt unsere unverbindliche Auffassung über den Markt und die Produkte zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses wieder, ungeachtet etwaiger Eigenbestände in diesen Produkten. Diese Publikation ersetzt nicht die persönliche Beratung. Sie dient nur zu Informationszwecken und gilt nicht als Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Für weitere zeitnähere Informationen über konkrete Anlagemöglichkeiten und zum Zwecke einer individuellen Anlageberatung wenden Sie sich bitte an Ihren Anlageberater.

© Uwe Bergold 

 

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +49 (151) 16 24 51 51
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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