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Goldreport - Ausgabe 02/2018

 

Chartanalyse

28.02.18

Goldreport pro aurum


Ausgabe 02 / 2018

Gold: relativ frostige Stimmung

Der Februar war durch heftige Kursverluste und -schwankungen bei Aktien und Anleihen gekennzeichnet. Dem Krisenschutz Gold hat diese Entwicklung aber kaum geholfen – eine Flucht in den sicheren Hafen Gold blieb bislang aus.

Normalerweise attestieren Kapitalmarktexperten eine negative Korrelation zwischen den beiden Anlageklassen „Aktien“ und „Gold“. Demzufolge müsste es mit dem Krisenschutz Gold bei fallenden Aktienkursen tendenziell bergauf gehen. Außerdem sollte eine wachsende Unsicherheit hinsichtlich Aktieninvestments – wie sie durch deutlich gestiegene Volatilitätsindizes auf Aktien zum Ausdruck kommt – dem sicheren Hafen Gold verstärkte Zuflüsse bescheren. Diese blieben bislang allerdings aus.

Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, weist darauf hin, dass dieser „Reflex“ nicht immer funktioniert. Er erinnert daran, dass sich in den Jahren 2008 bis 2011 sowohl Gold als auch Aktien deutlich verteuert hatten. Damals zog zum Beispiel das gelbe Edelmetall um 150 Prozent und der führende Aktienindex Dow Jones im selben Zeitraum um immerhin 80 Prozent an. Erst seit dem Jahr 2013 haben sich die Aktien nachhaltig besser entwickelt als der Goldpreis. Bei Gold sieht der Edelmetallexperte nunmehr erhebliches Nachholpotenzial und erklärt: „Aktuell liegt das Dow Jones/Gold Ratio bei über 19. Wir gehen in den kommenden fünf Jahren von einstelligen Werten aus. Das setzt voraus, dass Gold gegenüber US-Aktien deutlich besser performen wird.“


Wenig beeindruckende Jahreszahlen vom World Gold Council

Die im Februar vom World Gold Council veröffentlichten Jahreszahlen zum Goldmarkt hatten eindeutig einen „negativen Touch“. Sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite deuteten negative Vorzeichen auf ein nachlassendes Interesse an Gold hin. So hat sich die Goldnachfrage im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 4.071,7 Tonnen reduziert, während auf der Angebotsseite trotz einer rekordhohen Minenproduktion ein Minus von vier Prozent auf 4.398,4 Tonnen zu beklagen war. Der World Gold Council führte die Nachfrageschwäche auf den Investmentsektor zurück, der durch leicht rückläufige Geschäfte bei Barren und Münzen und einen regelrechten Einbruch der ETF-Zuflüsse gekennzeichnet war. Während 2016 physisch hinterlegte Goldprodukte Nettozuflüsse in Höhe von 546,8 Tonnen verzeichnet hatten, gab es für 2017 einen regelrechten Einbruch um 63 Prozent auf 202,8 Tonnen zu vermelden. Leicht bergab ging es auch mit dem Goldappetit der Notenbanken, deren Nettokäufe einen Rückgang um fünf Prozent von 389,8 Tonnen (2016) auf 371,4 Tonnen (2017) verbucht hatten. Leichte Zuwächse gab es lediglich in den Marktsegmenten Schmuck und Technologie, in denen die Nachfrage von 2.053,6 auf 2.135,5 Tonnen (+4,0 Prozent) bzw. von 323,4 auf 332,8 Tonnen (+3,0 Prozent) zugelegt hat. Beides reichte allerdings nicht aus, um übergeordnet einen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Robert Hartmann betrachtet die globale Goldnachfrage als „eher schleppend“. Ihm fällt vor allem das Kundenverhalten in den USA auf. Der erfahrene Edelmetallprofi konstatiert: „In den USA verkaufen private und institutionelle Kunden Goldmünzen und Goldbarren in großem Stil. Wie uns berichtet wird, sei das Hauptmotiv hierbei vor allem die Erwartung, dass andere Anlageklassen wie Aktien und Bitcoin zukünftig besser abschneiden würden als Gold.“ Fast täglich werden pro aurum von amerikanischen Händlern große Mengen an Sekundärware (Kapitalanlagemünzen älterer Jahrgänge) angeboten. Jenseits des Atlantiks hat dies die Aufgelder für historische Goldmünzen auf Rekordtiefs fallen lassen. Robert Hartmann interpretiert dies als Warnzeichen und sagt: „Mich erinnert das ein wenig an die Situation in den Jahren 1998 bis 2000. In diesem Zeitraum erreichten uns fast ausschließlich Verkaufsorders von Privatkunden, die mit den Erlösen aus diesen Verkaufsorders noch in den inzwischen heiß gelaufenen Neuen Markt einsteigen wollten.“ Außerdem weist der Edelmetallexperte darauf hin, dass es damals so gut wie keine Kaufaufträge gab. Sein Fazit lautet: „Das war damals eine glasklare Kapitulationsphase und eigentlich ein idealer Zeitpunkt, um in den Markt einzusteigen.“


Kräftige Abflüsse beim weltgrößten Gold-ETF

Besonders interessante Daten lieferte im Februar aber auch die US-Wertpapieraufsicht SEC. Sechs Wochen nach Quartalsende veröffentlicht sie regelmäßig, welche institutionellen Investoren bei Aktienunternehmen, Fonds und ETFs zu den größten Einzelinvestoren zählen. Goldanleger interessieren sich in diesem Zusammenhang besonders stark für die aktuellen Beteiligungsverhältnisse bzw. Umschichtungen beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares. Dessen gehaltene Goldmenge hat sich im vierten Quartal von 864,65 auf 837,5 Tonnen (–27,15 Tonnen) ermäßigt, was einem Minus von über drei Prozent entsprach.

Besonders stark verkauft haben im Berichtszeitraum die US-Vermögensverwaltung BlackRock sowie die Bank of America und Morgan Stanley. Letztere reduzierte ihre ETF-Bestände von rund acht Millionen auf „lediglich“ 4,6 Millionen Anteile (–42,5 Prozent) und rutschte dadurch unter den größten Einzelinvestoren von Rang 3 auf Rang 5 ab. Kräftige Verkäufe haben aber auch BlackRock und die Bank of America gemeldet. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat zwar fast 1,2 Millionen Anteile verkauft, mit 17,93 Millionen Anteile gilt er aber nach wie vor als der mit Abstand größte Einzelinvestor, gefolgt von der Bank of America, die sich im vierten Quartal von mehr als 2,1 Millionen ETFs getrennt hat. Mit 7,28 Millionen Anteilen gilt sie aber weiterhin als zweitgrößter Anteilseigner.


Eindrucksvolles Comeback der Inflation

Ein in den vergangenen Jahren fast schon in Vergessenheit geratenes Thema wird an den internationalen Finanzmärkten wieder heiß diskutiert: die Inflation. Der massive Februar-Kurseinbruch bei US-Aktien war vor allem auf stärker als erwartet gestiegene US-Löhne und US-Konsumentenpreise zurückzuführen. Letztere übertrafen mit 2,1 Prozent p. a. nicht nur die Analystenprognosen, sondern auch den von der Fed seit Jahren kommunizierten Wunschwert von zwei Prozent. Auch die Inflationsraten der größten Volkswirtschaften nähern sich der Zielmarke von zwei Prozent immer mehr an.

In diesem Zusammenhang merkt Robert Hartmann an, dass die Währungshüter in den USA vorsichtshalber schon einmal darauf hingewiesen haben, kurzfristig auch deutlich höhere Inflationsraten zulassen zu wollen. Das sei nach Hartmanns Ansicht wenig verwunderlich, schließlich haben sich die Staaten in den letzten Jahren massiv neu verschuldet. „Liegen die Inflationsraten oberhalb des Zinsniveaus, ist die Realverzinsung negativ. Das ist gut für die Schuldner und geht zulasten der Sparer. Daran wird sich meines Erachtens auch in den nächsten Jahren wenig ändern“, sagt Hartmann. Außerdem geht er davon aus, dass negative Realzinsen ein fruchtbarer Boden für eine positive Entwicklung des Goldkurses sei. Auch die charttechnische Situation des Goldpreises sei derzeit „äußerst interessant“. Mehrmals habe die Marke von 1.370 Dollar pro Feinunze den Kursanstieg der Goldnotierung gebremst. Gelinge hier ein Ausbruch, dürfte im Anschluss eine schnelle Bewegung in Richtung 1.520 Dollar erfolgen.

Bei pro aurum verlief der Handel von Barren und Münzen laut Robert Hartmann in den ersten drei Handelswochen im Januar noch recht ordentlich und war von größeren Kauforders der Privatkunden geprägt. Seit dem am 25. Januar 2018 bei 1.367 Dollar erzielten Jahreshoch hat sich das Orderaufkommen jedoch deutlich beruhigt. Auch das Geschäft mit den Partnerbanken von pro aurum verlief eher zurückhaltend. Als „weiterhin recht zufriedenstellend“ bezeichnet pro aurum Geschäftsführer Hartmann hingegen den Umsatz mit anderen europäischen Edelmetallhändlern.

Hinweis in eigener Sache: Am 17. März findet im MOC München (Lilienthalallee 40) der Börsentag München statt, an dem pro aurum mit einem eigenen Stand anzutreffen sein wird. Außerdem beteiligen wir uns an dem umfangreichen Vortragsprogramm. Um 13.00 Uhr wird unser Münchner Filialleiter Jürgen Birner Anleger auf die laufenden geld- und zinspolitischen Experimente aufmerksam machen und mögliche Lösungen zur Vermögenssicherung aufzeigen. Sein Vortrag lautet: „Vermögens(ver)sicherung mit GOLD und SILBER“. Zugleich möchten wir darauf hinweisen, dass seit Kurzem einige neue interessante Produkte und die „frisch geprägten“ 2018er-Auflagen wie z. B. die Serie Perth Mint Lunar II oder der 2018er Philharmoniker handelbar sind. Unser „Newsroom“ bietet diesbezüglich weitere Informationen und die Möglichkeit, über die Welt der Edelmetalle jederzeit topaktuell informiert zu sein.


Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

Im Februar haben sich an der von pro aurum durchgeführten Stimmungsumfrage insgesamt 2.979 Anleger (Januar: 2.076) beteiligt. Dabei fiel auf, dass sich der Anteil der Kaufwilligen von 48,5 auf 47,6 Prozent erneut reduziert hat. Dies hatte zur Folge, dass im Gegenzug die Quote der Anleger mit abwartender Haltung von 51,5 auf 52,4 Prozent geklettert ist.



Mit Blick auf die aktuelle Bewertung von Edelmetallen gab es bei den Umfrageteilnehmern, die Edelmetalle derzeit als unterbewertet betrachten, einen signifikanten Rückgang der Quote von 64,3 auf 56,2 Prozent zu vermelden. Deutlich stärker verbreitet war im Februar die Ansicht, dass Edelmetalle derzeit fair bewertet seien. Hier war auf Monatssicht ein Anstieg von 24,9 Prozent auf 31,5 Prozent registriert worden. Ein von 10,8 auf 12,3 Prozent gestiegener Zuspruch war zudem bei der Meinung festzustellen, dass Edelmetalle überbewertet seien.



Bei der Frage nach den Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal erwartet eine große Mehrheit der Anleger seitwärts tendierende Preise. Hier ließ sich innerhalb eines Monats ein Quotenanstieg von 43,7 auf 49,0 Prozent beobachten. Am zweithäufigsten waren die Befragten der Meinung, dass die Edelmetallpreise steigen werden, wobei es hier allerdings im Vergleich zum Vormonat zu einem Rückgang von 44,4 auf 38,0 Prozent kam. Leicht zugenommen hat indes der Anteil pessimistischer Prognosen, wo im Februar ein leichter Anstieg von 11,9 auf 13,0 Prozent verzeichnet werden konnte.

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +41 78 693 97 21
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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