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Goldreport - Ausgabe 02/2016

 

Chartanalyse

24.02.16

Goldreport pro aurum


Ausgabe 02 / 2016

Gold: Mit Vollgas aus dem Abwärtstrend

Im Februar legte der Goldpreis einen Zahn zu, überwand die 200-Tage-Linie, markierte ein Zwölfmonatshoch und brach dabei sogar aus seinem seit über drei Jahren zu beobachtenden Abwärtstrend aus. Gewinnmitnahmen fielen bislang nicht sonderlich stark ins Gewicht.


Kurstreiber Terminbörse


Die im Februar zu beobachtende Kursrallye des Goldpreises war auch den spekulativen Marktakteuren an den Terminmärkten zu verdanken. Einmal pro Woche informiert die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) über die aktuelle Stimmung unter den kommerziellen Branchenangehörigen (Commercials), den Großspekulanten (Non-Commercials) und den Kleinspekulanten (NonReportables). Die diesjährige Tendenz war bislang eindeutig: Große und kleine Spekulanten sind seit dem Jahreswechsel deutlich optimistischer geworden und haben ihr Long-Exposure während dieses Zeitraums kräftig ausgebaut und zugleich die Short-Seite massiv zurückgefahren.

Dies schlug sich in deutlich gestiegenen Netto-Long-Positionen (optimistische Markterwartung) nieder. Netto long bedeutet, dass die jeweilige Gruppe von Marktakteuren mehr Gold-Futures gekauft (long) als verkauft (short) hat. In Zahlen ausgedrückt hat sich zum Beispiel die Netto-Long-Position der Großspekulanten seit Ende Dezember von 19.102 auf 117.360 Futures (Stand: 16.02.16) mehr als versechsfacht, während sich im gleichen Zeitraum bei den Kleinspekulanten eine Netto-Short-Position (pessimistische Markterwartung) von minus 3.767 Kontrakten in eine Netto-Long-Position in Höhe von plus 14.624 Futures gedreht hat. Weil die Terminmärkte – zumindest  umsatzmäßig – erheblich mehr auf die Waage bringen als der physische Goldhandel, wirken sie sich besonders stark auf die Preisentwicklung des gelben Edelmetalls aus.


Rückenwind aus dem ETF-Sektor

Massive Unterstützung hat der Goldpreis in diesem Jahr aber auch aus dem ETF-Sektor erfahren. Während zum Beispiel der weltgrößte GoldETF SPDR Gold Shares im vergangenen Jahr einen Gewichtsverlust von 709,02 auf 642,37 Tonnen hinnehmen musste, hat sich seit dem Jahreswechsel dessen gehaltene Goldmenge kräftig erholt. Mittlerweile bringt das physisch besicherte Finanzprodukt wieder 752,29 Tonnen (Stand: 22.02.16) auf die Waage. Besonders interessant: Mitte Februar informierte die US-Wertpapieraufsicht über die Besitzverhältnisse bei dem Gold-ETF – mit interessanten Erkenntnissen. So hat der US-Milliardär John Paulson im vierten Quartal bezüglich Gold offensichtlich die Geduld verloren. Während dieser drei Monate reduzierte er nämlich seine Beteiligung von 9,23 Millionen auf 5,78 Millionen Anteile (-37,5 Prozent). Damit bleibt er aber weiterhin der größte Einzelinvestor beim SPDR Gold Shares. Bei den zehn größten Anteilseignern des Gold-ETFs gab es einige Banken, die ebenfalls massiv verkauft haben. Dabei handelte es sich um Morgan Stanley (-42,7 Prozent), Bank of America (-13,3 Prozent), Goldman Sachs (-29,6 Prozent) und UBS (-21,9 Prozent). Möglicherweise erweisen sich die Geldexperten als guter Kontraindikator. In einigen Jahren dürften wir diesbezüglich sicherlich schlauer sein.


Jahreszahlen vom World Gold Council


Im Februar veröffentlichte der World Gold Council, ein internationaler Branchenverband der Goldminenindustrie, aktuelle Daten zu Angebot und Nachfrage im Jahr 2015. Während im Schmucksektor (-2,5 Prozent) und im Industriebereich (-4,5 Prozent) die Goldnachfrage schwächer tendierte, haben Investoren (+7,7 Prozent) und Notenbanken (+0,8 Prozent) einen stärkeren Goldappetit verspürt. Im Investmentsektor machten sich vor allem die nachlassenden ETF-Abflüsse positiv bemerkbar. Diese haben sich nämlich laut World Gold Council von minus 185,1 Tonnen (2015) auf minus 133,4 Tonnen (2015) beruhigt. Bei Goldbarren und offiziellen Goldmünzen war sogar ein wachsendes Interesse registriert worden. So kletterte bei Goldbarren die Nachfrage von 725,2 auf 731,6 Tonnen (+0,9  Prozent), bei Goldmünzen nahm das Interesse von 203,0 auf 212,6 Tonnen (+4,7 Prozent) zu.

Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, bezeichnete das Kundeninteresse im Februar als „sehr groß“. Dabei merkte er an, dass bei Goldbarren im Februar die 100 Gramm und die 250 Gramm schweren Barren besonders gefragt waren und bei Münzen vor allem die Unzenmünzen Krügerrand und Wiener Philharmoniker gekauft wurden. Hartmann zeigte sich vom Umsatzboom überrascht und meinte: „In den letzten Jahren war dieser Monat eher geprägt von einem Durchschnaufen nach einem starken Januar. Das war diesmal anders.“ Seiner Meinung nach dürften auch die aufkommenden Diskussionen um eine Obergrenze für Bargeldtransaktionen sowie die Einstellung der Produktion des 500-Euro-Scheines eine gewisse Rolle gespielt haben. Als weiteren Grund nannte der erfahrene Goldexperte aber auch die derzeit hohe Volatilität der Edelmetallpreise und erklärte: „Diese Gemengelage setzt Anreize für unsere Kunden, tätig zu werden. Nach dem diesjährigen Kursanstieg des Goldpreises gegen Euro um über zehn Prozent gibt es auch Kunden, die Kasse machen und Gewinne mitnehmen. Zwei von zehn Kunden sind Verkäufer und trennen sich von Teilen ihrer Bestände.“


In den nächsten Jahren wird es eng

Trotz der starken Februarumsätze stuft Robert Hartmann die Versorgungslage noch als gut ein, da die Produzenten und Händler aus den Erfahrungen der Jahre 2009 bis 2013 gelernt und ihre Kapazitäten deutlich erhöht haben. Er ist sich aber sicher, dass es in den nächsten Jahren an manchen Tagen wieder zu Engpässen kommen wird. Er meint: „Zu viele Anleger sind noch nicht in Edelmetallen investiert. Die Masse kommt üblicherweise erst im Finale eines Preisaufschwungs.“

Eng könnte es nach Ansicht von Hartmann auch für die Notenbanken werden. Wer weiß schon, was sich die Notenbanken einfallen lassen, wenn sich die Lage an den Finanzmärkten weiter verschärft, gibt er zu bedenken. Hartmann ist sich aber sicher, dass am Ende die Marktkräfte siegen werden. Dies hat man Anfang 2015 in der Schweiz gesehen, wo die SNB ihre Interventionen am Devisenmarkt aufgeben musste. Ende Januar ereignete sich ein ähnliches Phänomen in Japan. Dort senkte nämlich die Zentralbank die Leitzinsen in negatives Terrain, und entgegen der erhofften Abschwächung des japanischen Yen befestigte sich dieser gegenüber den wichtigsten Weltwährungen um mehr als fünf Prozent.

Hartmann zieht deshalb folgendes Fazit und sagt: „Das Experiment der Zentralbanken, lokales und globales Wachstum mit neu geschaffenen Schulden zu generieren, wird scheitern! Immer mehr Anleger werden dies erkennen und zur Absicherung Gold und Silber erwerben. Das wird den Preis mittel- bis langfristig deutlich anheben.“

Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der jüngsten Sentiment-Umfrage von pro aurum beteiligten sich im Februar insgesamt 543 Personen. Weil sich die Aufwärtsdynamik der Edelmetallpreise im Februar fortgesetzt hat, ging es mit der Kaufbereitschaft der Anleger erneut bergab. So gab der Anteil der Käufer im Vergleich zum Vormonat von 39,8 auf 32,4 Prozent nach, was im Gegenzug bei den Anlegern mit abwartender Haltung einen Anstieg von 60,2 auf 67,6 Prozent verursacht hat.



Hinsichtlich der Bewertung von Edelmetallen gab es beim Anteil der Befragten, die Edelmetalle derzeit als unterbewertet einstufen, auf Monatssicht einen Rückgang von 71,2 Prozent auf 68,2 Prozent zu vermelden. Eine Überbewertung sahen im Februar 12,9 Prozent (Vormonat: 9,7 Prozent), während 18,9 Prozent der Anleger Gold & Co derzeit als fair bewertet betrachten (Januar: 19,1 Prozent).



Bei der Frage nach den Preisperspektiven der Edelmetalle für das kommende Quartal, waren die Meinungen nahezu gleich verteilt. Mittlerweile rechnet eine kleine Mehrheit von 34,5 Prozent (Vormonat: 40,1 Prozent) mit fallenden Edelmetallpreisen. Einen Seitwärtstrend prognostizieren 33,6 Prozent der Umfrageteilnehmer (Vormonat: 43,7 Prozent), während der Anteil der Optimisten von 16,2 auf 31,9 Prozent im Berichtszeitraum deutlich zugenommen hat.


Chartanalyse des Monats von Uwe Bergold, Partner von pro aurum und Geschäftsführer der GR Asset Management GmbH

Goldpreis in Norwegischen Kronen mit neuem Allzeithoch: Nach den neuen Allzeithochs des Goldpreises gegenüber den „Weichwährungen“ (Südafrikanischer Rand, Russischer Rubel, Brasilianischer Real etc.) machte der Goldpreis im vergangenen Monat nun erstmalig ein neues All-Time-High gegenüber einer „Hartwährung“, der Norwegischen Krone. Die Krone galt neben dem Schweizer Franken lange Zeit als der „sichere Hafen“. Da sich jedoch, aufgrund ihrer fehlenden Deckung, keine der Papierwährungen ihres Schicksals – nämlich langfristig gegen null zu tendieren – entziehen kann, kann der Goldpreis, bewertet in Papierwährungen, dementsprechend – bis zur nächsten Währungsreform – langfristig immer nur weiter steigen. Dies ist ein ökonomisches Grundgesetz, welches auch nicht durch Markteingriffe ausgehebelt werden kann. Betrachtet man die Währungsgeschichte, so kündigen die weiter zunehmende Marktbreite und immer mehr neue All-Time-Highs in nicht allzu ferner Zukunft auch neue Allzeithöchststände beim Goldpreis in EUR und in USD an.
 


Unsere – im Rahmen der säkularen Zyklik – verwalteten Investmentfonds:


- pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY)
Schwerpunkt: Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien/Standardaktien

- GR Noah
(WKN: 979 953)
Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien/Standardaktien

- GR Dynamik
(WKN: A0H 0W9)
Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien/Standardaktien

Unsere drei Anlageinstrumente sind die einzigen Publikumsfonds, welche im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Die kurzfristige Volatilität wird von uns nicht gehandelt. Sollte der Markt eine langfristige Trendwende vollziehen, werden wir – im Rahmen der makroökonomischen Zyklik – strategisch wieder von Edelmetall- & Rohstoff- hin zu Standardaktien wechseln, wie wir es zuletzt umgekehrt im Jahr 2000 vollzogen haben.

 

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +49 (151) 16 24 51 51
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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