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Goldreport - Ausgabe 01/2018

 

Chartanalyse

30.01.18

Goldreport pro aurum


Ausgabe 01/2018

Gold: vielversprechender Jahresauftakt

Der Goldpreis startete aufgrund der markanten Dollarschwäche fulminant ins Jahr 2018 und kletterte im Januar zeitweise auf den höchsten Stand seit Juli 2016. Selbst rekordhohe Aktienkurse an diversen Börsen konnten den Aufwärtsdrang des Krisenschutzes nicht verhindern.
 

Enormer „Berg fauler Kredite“ in Europa

Mitte Januar veröffentlichte die Europäische Kommission ihren ersten Bericht über den aktuellen Stand ausfallgefährdeter Kredite europäischer Banken, die umgangssprachlich häufig als „faule Kredite“ bezeichnet werden. In einer Pressemeldung der Europäischen Kommission war nachzulesen, dass die „gemeinsamen Anstrengungen von Banken, Aufsehern, Mitgliedsländern und Kommission bereits erste Früchte trage“. Außerdem wurde betont, dass die Quote ausfallgefährdeter Darlehen in fast allen Mitgliedsstaaten rückläufig war und europaweit Ende Juni auf 4,6 Prozent gesunken sei. Pikant dabei: In der Pressemeldung suchte man vergeblich nach dem konkreten Volumen fauler Kredite. Diese fiel mit 950 Milliarden Euro beängstigend hoch aus. Als ausfallgefährdet gilt ein Kredit, wenn seine Rückzahlung 90 Tage oder länger überfällig ist.

Hier können Sie sich den Beitrag ansehen:
 

Für Robert Hartmann, Gründer und Geschäftsführer von pro aurum, ist es „geradezu ungeheuerlich, dass trotz Rettungsschirmen und rekordniedrigen Zinsen rund 950 Milliarden Euro fauler Kredite bei den europäischen Banken schlummern“. Er sieht die Zukunft europäischer Banken alles andere als rosig und sagt: „Angesichts der mageren Ertragslage europäischer Banken dürfte klar sein, dass es wohl Jahrzehnte dauern wird, bis diese Kredite final abgeschrieben werden könnten.“ Vor diesem Hintergrund bergen die Pläne der EU, eine Bankenunion zu schaffen, für relativ solide finanzierte Staaten wie Deutschland ein erhebliches Risiko. Edelmetallexperte Hartmann interpretiert sie als eine Art Haftungsgemeinschaft mit dem Ziel einer gemeinsamen länderübergreifenden Einlagensicherung. Das ginge aber nur, wenn Deutschland mitziehe. Robert Hartmann ist davon keineswegs begeistert und meint: „Ich persönlich hoffe, dass wir da nicht mitmachen und somit nicht der Zahlmeister Europas werden. Eine echte Option wäre die Bankenunion für mich nur dann, wenn sämtliche Altlasten der Banken abgetragen werden.“

 

Russland kauft Gold, Deutschland Yuan

Die russische Zentralbank erwies sich 2017 als weltweit goldhungrigste Notenbank. Nachdem sie im Dezember ihre Goldreserven um mehr als neun Tonnen aufgestockt hat, verbuchten ihre Goldbestände auf Jahressicht einen Zuwachs um 223 Tonnen auf nunmehr 1.838,21 Tonnen. In Dollar gerechnet hat sich somit das russische Goldvermögen innerhalb eines Jahres um 16,45 Milliarden auf 432,74 Milliarden Dollar erhöht. Der chinesischen Zentralbank wird ebenfalls ein enormer Goldappetit nachgesagt, verlässliche Zahlen über die konkrete Höhe des chinesischen Goldbesitzes gibt es jedoch nicht. Die Zahlen vom World Gold Council weisen einen Wert 1.842,6 Tonnen aus und haben sich in den vergangenen Monaten nicht verändert. Da China als weltgrößter Goldproduzent gilt und aus Hongkong und Shanghai regelmäßig erhebliche Zuflüsse erfolgen, kann man davon ausgehen, dass im Reich der Mitte die tatsächlichen Goldreserven deutlich höher ausfallen dürften.

Gemäß der aktuellen Statistik des World Gold Council hält Deutschland – nach den USA – mit 3.373,70 Tonnen weltweit die zweithöchsten Goldreserven. Mitte Januar wurde bekannt, dass die Deutsche Bundesbank ihre Devisenreserven um eine weitere Währung „bereichern“ wird, den chinesischen Yuan. Robert Hartmann sieht den Grund für diese Entscheidung aber weniger in der Attraktivität der chinesischen Währung als vielmehr in der zunehmenden Bedeutung Chinas im globalen Handel. Bundesbankvorstand Andreas Dombret begründete diesen Schritt übrigens mit der Tatsache, dass auch der Internationale Währungsfonds 2016 den chinesischen Yuan als Bestandteil in seine sogenannten Sonderziehungsrechte aufgenommen hat. Auch die EZB hält mittlerweile chinesischen Yuan. Im Juni vergangenen Jahres wurde eine Investitionssumme von 500 Millionen Euro genannt. Edelmetallprofi Hartmann sieht dabei folgende Ungereimtheit und sagt: „Was mir aufgefallen ist, dass fast zeitgleich die offiziellen chinesischen Goldkäufe eingestellt wurden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“
 

sentix sieht Überhitzungsgefahr

Die im Januar vom Beratungsunternehmen sentix GmbH veröffentlichten Stimmungsindikatoren zur Konjunktur fielen eindeutig positiv aus. In Euroland befindet sich die Konjunktur „weiter in exzellenter Verfassung“. Dabei wurde folgendes konstatiert: „Das Momentum bleibt positiv.“ Auch in den restlichen Weltregionen gebe es keine Schwächesignale. „Der Aufschwung sei stark und immer stärker synchronisiert.“ In dem Kommentar der sentix-Manager  wird jedoch folgendes Fazit gezogen: „Die Wahrscheinlichkeit für Überhitzungsgefahren steigt.“

Diverse Indikatoren zeigen klar an, dass sich einige Branchen und zahlreiche Länder im Boom befinden. Für Robert Hartmann ist es daher nicht verwunderlich, dass viele internationale Aktienindizes auf Allzeithoch notieren. Er weist in diesem Zusammenhang aber auf eine alte Börsenweisheit, die Folgendes besagt: „Eine Hausse wird in der Depression geboren und stirbt in der Euphorie.“ Edelmetallexperte Hartmann geht davon aus, dass wir in diesem Jahr eine technische Korrektur bei den Aktien um 10 bis 15 Prozent sehen werden – einen echten Crash hält er aber für unwahrscheinlich und sagt: „Der Glaube an die Allmacht der Notenbanken beherrscht das Sentiment an den Börsen nach wie vor. Fast jeder erwartet Rettungsmaßnahmen, falls es zu ernsten Verwerfungen kommen sollte. Das wird mögliche Talfahrten an den Börsen bremsen.“
 

Käufer dominieren den Handel eindeutig

Der Handel im Januar verlief laut Edelmetallprofi Hartmann eher durchschnittlich, wobei das Kaufinteresse eindeutig überwog. Auf neun Käufer kam ein Verkäufer. Als meistgehandelte Gattungen haben sich die Goldunzen Krügerrand und Wiener Philharmoniker erwiesen. Bei den Goldbarren wurden vor allem die Gewichtseinheiten 100 Gramm und 250 Gramm gekauft. Bei Silber, das im Januar die Marke von 17 Dollar überwunden hat, konnte man die stärksten Käufe bei den differenzbesteuerten Unzenmünzen Maple Leaf und Australisches Känguru verzeichnen.

Eine ideale Gelegenheit, diese Exemplare entspannt zu erwerben, stellt der übrigens verkaufsoffene Samstag am 24. Februar an allen deutschen Standorten dar. Ein idealer Ort, um sich ständig über die Welt der Edelmetalle zu informieren, ist übrigens der „pro aurum Newsroom“. Dort können Sie diverse Informationsquellen anzapfen und diesbezüglich aus dem Vollen schöpfen.


Drei Fragen an die Privatkunden von pro aurum

An der von pro aurum durchgeführten Stimmungsumfrage haben sich im Januar insgesamt 2.076 Anleger (Dezember: 987) beteiligt. Im Zuge der Jahresanfangsrally rutschte der Anteil der Kaufwilligen von 51,4 auf 48,5 Prozent ab. Im Gegenzug erhöhte sich die Quote der Anleger mit abwartender Haltung von 48,6 auf 51,5 Prozent.



Hinsichtlich der konkreten Bewertung von Edelmetallen kam es im Januar bei den Umfrageteilnehmern, die Edelmetalle derzeit als unterbewertet betrachten, überraschenderweise zu einem kräftigen Quotenanstieg von 56,8 Prozent (Dezember) auf 64,3 Prozent. Deutlich weniger war die Ansicht verbreitet, dass bei Edelmetallen derzeit eine faire Bewertung vorliegt. Hier sank der Prozentanteil auf Monatssicht von 29,9 Prozent auf 24,9 Prozent. Ebenfalls weniger stark verbreitet war die Meinung, dass Edelmetalle überbewertet seien. Hier kam es zu einem Rückgang von 13,3 auf 10,8 Prozent.



Befragt nach den Preisperspektiven von Edelmetallen für das kommende Quartal gab es im Januar eine große Mehrheit, die sich für steigende bzw. seitwärts tendierende Preise ausgesprochen hat. Leicht zugenommen hat der Anteil optimistischer Prognosen, die im Januar von 37,6 auf 44,4 Prozent geklettert war. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Prognosen eines Seitwärtstrends. Deren Quote sank innerhalb eines Monats von 48,2 auf 43,7 Prozent. Signifikant weniger Befragte als im Vormonat prognostizieren fallende Edelmetallpreise. Dies schlug sich im Berichtszeitraum in einem Rückgang von 14,2 auf 11,9 Prozent nieder.

 

Hier können Sie den Goldreport auch als PDF downloaden.

Ihr Ansprechpartner bei der pro aurum KG:
Benjamin Summa, Unternehmenssprecher
Telefon: +49 (89) 444 584 344
Mobil: +41 78 693 97 21
E-Mail: benjamin.summa@proaurum.de

 

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